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Autocars Company

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Logo der Marke Sabra
Logo der Marke Sabra

Die Autocars Company Limited (hebräisch אוֹטוֹקַרְס Ōṭōqars) war ein 1957 in Haifa gegründeter israelischer Automobilhersteller. Produziert wurden Personenkraftwagen und Lieferwagen unter dem Markennamen Sabra (hebräisch צַבְּרָה Zabrah, deutsch Kaktusfeige/Zabrah (im Heiligen Land geborene Jüdin)).

Unternehmensgeschichte

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Autocars geht auf das von Ladislav Schneller gegründete Unternehmen Musachim U'Mechoniyot Ltd. (Englisch: Garages & Cars, Deutsch sinngemäß: Werkstatt und Autohandel) in Haifa zurück, das ab 1952 in sehr geringer Stückzahl Dreiradfahrzeuge des britischen Automobilherstellers Reliant für den israelischen Markt montierte. 1957 ging Schneller eine Kooperation mit dem in Polen geborenen Unternehmer Yitzhak Shubinsky ein, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg mehrere Im- und Exportbetriebe in Palästina unterhalten hatte und nach 1948 einer der wohlhabendsten Einwohner Israels war. Shubinsky wurde Mitinhaber von Schnellers Unternehmen, der in Autocars Company umfirmierte.[1] Ziel des Betriebs war der Bau einfacher, leicht zu unterhaltender Kleinwagen, mit denen die Motorisierung Israels und der Nachbarstaaten im östlichen Mittelmeerraum vorangetrieben werden sollte.

Sussita-Produktion in Haifa (1962)

In der Anfangsphase arbeitete das Unternehmen eng mit dem englischen Automobilhersteller Reliant zusammen, einem Pionier bei der Fertigung von Kunststoffkarosserien im Automobilbau. Auch Ford of Britain unterstützte den israelischen Betrieb.[2] Das erste Modell war der als Kombi und Lieferwagen nutzbare Kleinwagen Sussita, der für Behörden und Unternehmen, aber auch für Privatkunden erhältlich war. Auf ähnlicher technischer Basis entstanden die Stufenhecklimousinen Carmel und Gilboa, die geringere Verbreitung fanden. Mit dem zweisitzigen Sportwagen Sabra Sport, der als Roadster und als Coupé angeboten wurde, versuchte Autocars ab 1961, ein höheres Marktsegment zu belegen.

Shubinsky war eng mit Pinchas Sapir befreundet, dem damaligen israelischen Minister für Handel und (später) Finanzen. Er spendete mehrfach größere Beträge an die Arbeiterpartei, der Sapir angehörte. Autocars erhielt mehrfach größere Aufträge von staatlichen Einrichtungen. Sie trugen zur Verbreitung des Sussita bei,[2] der letztlich zum erfolgreichsten Modell des Unternehmens wurde.

Einzelnen Quellen zufolge war Autocars 1965 insolvent, konnte den Fahrzeugbau aber noch einige Jahre lang fortsetzen.[3]

Ab 1965 kam es zu einer Kooperation mit dem britischen BMC-Konzern, wobei das Unternehmen in der Automobilliteratur teilweise als Leyland-Triumph (Israel) Ltd. geführt wurde.[3] Die Baureihen Sussita und Carmel wurden fortgeführt, allerdings kam es schrittweise zu einer Umstellung auf Triumph-Technik. In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre montierte Autocars außerdem einige britische Triumph-Modelle für den israelischen Markt, die in Bausätzen angeliefert wurden.

1971 war Autocars erneut insolvent. 1974 wurde Autocars von Rom Carmel Industries übernommen, die Autos wurden nun unter Markenbezeichnung Rom verkauft. Dieses Unternehmen wurde 1978 von Urdan Industries aufgekauft, das heute ein Teil der israelischen Automotive Industries Limited ist. Anfang der 1980er-Jahre verschwand die Marke schließlich vom Markt. 1980 war das letzte volle Produktionsjahr, spätestens 1982 wurden die letzten Fahrzeuge hergestellt.

Größere Stückzahlen erreichte die Produktion nie, und auch seit Anfang der 1960er-Jahre unternommene Versuche, die Wagen zu exportieren, hatten wenig Erfolg. 1970 sollen 1300 Exemplare hergestellt worden sein, für das Jahr 1979 ist von einem Ausstoß von 1500 Fahrzeugen und etwa 500 Mitarbeitern die Rede.

Modelle von Autocars

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Sussita: erste (links) und zweite Generation

Das erfolgreichste Modell des Unternehmens war der Kleinwagen Sussita (andere Schreibweise: Susita), der ab 1960 in drei Serien gebaut wurde. Der Sussita war als Kombi, als Lieferwagen und als Pickup erhältlich. Die erste Generation wurde von Reliant konstruiert. Sie ist ein vom Dreirad Reliant Regal abgeleitetes Auto mit vier Rädern.[3] Die Fahrzeugteile wurden in England produziert und als Bausatz nach Israel geliefert. Die Antriebstechnik der ersten Baureihe kam von Ford of Britain. 1965 und 1968 kamen neue Generationen auf den Markt, die jeweils größere Karosserien und geänderte Technik haben. Die Motoren stammten in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre vom Triumph Herald und leisteten 51 DIN-PS. Ab 1971 verwendete Autocars 1,3-Liter-Motoren von Chrysler-Simca, zuletzt wurden Motoren des Ford Escort eingebaut. Das Konzept des kleinen, anspruchslosen Fahrzeugs mit hohem Nutzwert blieb aber unverändert. Der Susita war das erfolgreichste Modell des Unternehmens. Bis 1974 erreichte die Autocars eine hohe vierstelliger Stückzahl. Viele der Fahrzeuge wurden an staatliche Einrichtungen verkauft. Der Susita der ersten Generation gilt heute als Ikone der Motorisierung Israels und ist ungeachtet seiner technischen Defizite ein begehrtes Sammlerobjekt.

Carmel und Gilboa

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Carmel: zweite (links) und dritte Generation

1962 erweiterte Autocars das Programm um die zweitürige Stufenhecklimousine Carmel. Auch sie war von Reliant entwickelt worden. Der Carmel hatte ebenso wie der Sussita eine Kunststoffkarosserie auf einem Kastenrahmen. Bis 1974 entstanden drei Serien, die sich durch die Gestaltung der Karosserie und die Antriebstechnik voneinander unterscheiden. In der ersten Generation war ein vom Ford Anglia Super stammender 1,2-Liter-Motor eingebaut, später kamen die Motoren wie im Fall des Sussita von Triumph bzw. Simca. Ab 1965 wurde die zweite Generation des Carmel als Attica Carmel 12 von Bioplastic einige Jahre lang in Griechenland in Lizenz gefertigt.

Von 1966 bis 1970 baute Autocars außerdem eine viertürige Variante des Carmel, die als Gilboa vermarktet wurde. Sie war ausschließlich mit Antriebstechnik von Triumph erhältlich.

Sabra Sport

Der zweisitzige Sportwagen Sabra Sport erschien 1961. Das Auto war maßgeblich mit dem Ziel konstruiert worden, Exportmärkte in Europa und in den USA zu erschließen. Das Auto wurde von Reliant konstruiert, wobei das Unternehmen auf verschiedene Komponenten anderer Hersteller zurückgriff. Die Karosserie entsprach der des 1957 vorgestellten Sportwagens Ashley 1172 von Ashley Laminates, das Chassis war die Konstruktion eines selbständigen britischen Ingenieurs, und die Antriebstechnik kam vom englischen Ford Consul. Die ersten 100 Sabra Sport entstanden komplett bei Reliant in Großbritannien; die gesamte Tranche wurde in die USA exportiert. Danach baute Autocars noch etwa 280 weitere Fahrzeuge, die aus Bauteilen zusammengesetzt wurden, die Reliant nach Haifa lieferte. Etwa 40 dieser israelischen Autos gingen in die USA, 80 weitere wurden nach Belgien verkauft. Reliant übernahm die Konstruktion für den britischen Markt und verkaufte das Auto dort als Reliant Sabre.

  • Roger Gloor: Personenwagen der 60er Jahre, Benedikt Taschen Verlag, Köln 1994, S. 322f., ISBN 3-8228-8994-X
Commons: Autocars Company – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Sheldon Kirshner: Film Charts Israel’s Short-lived Car Industry. timesofisrael.com, 22. Mai 2021, abgerufen am 12. August 2026.
  2. 1 2 Ford in Israel: Beitrag auf www.fomcc.de (abgerufen am 12. August 2026).
  3. 1 2 3 Keith Adams: Around the World : Autocars of Israel. aronline.co.uk, 1. Mai 2016, abgerufen am 12. August 2026.