AuDHS
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LoslegenEnglisch: AuDHD
Definition
AuDHS steht fÞr das gemeinsame Auftreten von Autismus (Au) und Aufmerksamkeitsdefizit-HyperaktivitÃĪtsstÃķrung (ADHS).
Hintergrund
Neuere Studien zeigen, dass ADHS und Autismus in vielen FÃĪllen komorbid auftritt, was unter anderem auf genetische Faktoren zurÞckgefÞhrt wird. 20â50 % der Kinder mit ADHS erfÞllen die Kriterien einer AutismusspektrumsstÃķrung und 30â80 % der Kinder mit AutismusspektrumsstÃķrung erfÞllen die Kriterien einer ADHS.[1] Den Erkenntnissen wissenschaftlicher Untersuchungen folgend, werden ADHS und Autismus seit den 2010er Jahren nicht mehr als sich ausschlieÃende Diagnosen verstanden, was zu Anpassungen in den relevanten Klassifikationssystemen gefÞhrt hat.[2]
Klassifikation
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM)
Nach DSM IV war eine gemeinsame Diagnose von ADHS und Autismus nicht mÃķglich. Beide Diagnosen schlossen sich definitionsgemÃĪÃ aus.
Mit der EinfÞhrung des DSM-V im Jahr 2013 wurde einerseits die Gruppe der AutismusspektrumsstÃķrungen aufgenommen, andererseits die ADHS als EntwicklungsstÃķrung des Nervensystems gefÞhrt. Dadurch ist eine parallele Diagnose beider Erkrankungen mÃķglich.
International Classification of Diseases (ICD)
Im ICD-10 wurden Autismus und ADHS analog zum DSM-Ansatz als Diagnosen verstanden, die sich gegenseitig ausschlossen.
Seit der EinfÞhrung des ICD-11 2022 ist eine komorbide Diagnose der beiden Erkrankungen ebenfalls mÃķglich.
Verwendung
Betroffene nutzten das Kofferwort AuDHS analog zu den AbkÞrzungen ADHS und ADS. In den letzten Jahren findet die AbkÞrzung auch vermehrt Einzug in wissenschaftliche Publikationen, auch, wenn es sich nicht um eine eigenstÃĪndige Diagnose handelt.[3]
Bedeutung
Eine Studie aus dem Jahr 2019 fand strukturelle Hirnanomalien bei pÃĪdiatrischen Patienten mit der psychiatrischen Doppeldiagnose ADHS und Autismus mit reduziertem Hirnvolumen im linken postzentralen Gyrus bei Kindern, die jedoch bei Jugendlichen nicht mehr beobachtet wurden. Die Autoren deuten dies als Hinweis auf eine verzÃķgerte Reifung dieses Hirnareals.[4]
Literatur
- ADHS und hochfunktionale Autismus-Spektrum-StÃķrungen, abgerufen am 27.01.2026
- DSM-5-Neuerungen/VerÃĪnderungen, abgerufen am 27.01.2026
- ADHD and Autism Comorbidity: A Comprehensive Review Based on Expert Consensus Recommendations and Latest Research Findings, abgerufen am 27.01.2026
Quellen
- â Rommelse et al. Shared heritability of attention-deficit/hyperactivity disorder and autism spectrum disorder Eur Child Adolesc Psychiatry. 2010;19(3):281â295. doi:10.1007/s00787-010-0092-x.
- â SchÃķttle et al. ADHS und hochfunktionale Autismus-Spektrum-StÃķrungen. Nervenheilkd. 2019;38(9):632â644. doi:10.1055/a-0959-2034.
- â Potts et al. The A3ReAcH (Autistic, ADHD and AuDHD research accessibility in healthcare) framework: Principles for inclusive healthcare research with autistic, ADHD and AuDHD individuals in radiography and medical radiation technology. J Med Imaging Radiat Sci. 2025;56(5):102009. doi:10.1016/j.jmir.2025.102009.
- â Mizuno Y et al.: Structural brain abnormalities in children and adolescents with comorbid autism spectrum disorder and attention-deficit/hyperactivity disorder. *Transl Psychiatry*. 2019;9:322. doi:10.1038/s41398-019-0679-z.