Zum Inhalt springen

Yello Strom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Yello Strom GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 9. August 1999
Sitz Köln, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Volker Bloch (Geschäftsführung)[1]
  • Tobias Justus (operative Führung)[2]
Mitarbeiterzahl 100
Branche Energiewirtschaft
Website www.yello.de

Die Yello Strom GmbH ist ein deutscher bundesweiter Strom- und Gasanbieter mit Sitz in Köln. Das 100-prozentige Tochterunternehmen der EnBW bietet Energieprodukte für private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen an.

Unternehmensgeschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Liberalisierung des Energiemarktes 1998 wurden die deutschen Versorgungsmonopole aufgebrochen. Leitungsnetze, die nach wie vor ein natürliches Monopol darstellen, müssen seitdem allen Stromlieferanten – auch denjenigen ohne eigene Netze – zu den gleichen Bedingungen zur Verfügung stehen.[3][4] Für den Verbraucher bedeutet dies die freie Wahl des Stromanbieters.

Als ein solcher Stromanbieter ohne eigene Netze startete Yello Strom am 9. August 1999 in den deutschen Markt. Die Tochtergesellschaft der EnBW Energie Baden-Württemberg war einer der ersten Stromlieferanten dieser Art.[5] Im Jahr 2002 war Yello Strom Gründungsmitglied des Bundesverband Neuer Energieanbieter e. V. (bne).[6] Laut Süddeutscher Zeitung erreichte die Marke Yello durch Werbekampagnen schnell einen hohen Bekanntheitsgrad,[7] zeitweise warb sie mit dem „Inneren Schweinehund“ als Markenzeichen.[8] 2006 war Yello Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft.[9]

In den Anfangsjahren setzte sich der Strommix von Yello aus Kernenergie, fossilen Energieträgern sowie erneuerbaren Energien zusammen, wobei der Strom aus Kernenergie mit über 50 % den größten Anteil am Strommix ausmachte.[10] In dieser Zeit sah sich das Unternehmen von Greenpeace erhobenen Vorwürfen ausgesetzt, es würde überwiegend günstigen Atomstrom anbieten.[11] Später stellte das Unternehmen seinen Strommix schrittweise auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energien um. Seit 2020 bietet Yello ausschließlich Tarife mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen (sogenannter Ökostrom) an.[12]

Im April 2007 stellte das Kölner Unternehmen einen neuartigen Zähler vor und startete in eine finale Testphase mit 1000 Kunden, bevor der intelligente Zähler am 2. Dezember 2008 als erster bundesweit auf den Markt gebracht wurde. Der Yello Sparzähler online übermittelte die Stromverbrauchsdaten sekundengenau an den Kunden-PC und machte dort den Verbrauch durch Diagramme sichtbar. So konnte der Kunde unmittelbar erkennen, wann er wie viel Strom verbraucht und wie viel ihn das kostet.[13] Auf der CeBIT 2008 startete Yello Strom mit Microsoft in eine strategische Partnerschaft zur Weiterentwicklung des Yello Sparzähler online.[14][15] Am 24. Oktober 2008 wurde Yello Strom für seinen Stromzähler der Negativpreis Big Brother Award 2008 in der Kategorie Technik verliehen. Im Rahmen der Verleihung wurde kritisiert, dass mit der neuen Technologie keine Präventionen zum Datenschutz einhergingen, und Yello Strom aufgefordert, ein Konzept zum Datenschutz vorzulegen.[16] 2016 stellte Yello Strom den Vertrieb der intelligenten Zähler ein. Hierzu erklärte das Unternehmen gegenüber der Westdeutschen Zeitung, dass die Einführung intelligenter Zähler im Jahr 2007 noch zu früh für den Markt gewesen sei.[5]

Im Oktober 2007 begann Yello Strom mit dem Vertrieb von Gas in den Pilotregionen Essen und Nürnberg. Gas wurde dort als Kombi-Produkt mit dem Gas Sparzähler angeboten.[17] Der Sparzähler machte ähnlich wie der Yello Sparzähler online für Strom den Gasverbrauch für den Kunden am heimischen PC sichtbar. Das Pilotprojekt wurde 2011 beendet. Seit Oktober 2012 bietet Yello bundesweit Gas an.[18]

Im Rahmen der Digitalisierung verlegte Yello seinen Kundenservice von der Callcenter-Beratung vor allem auf die eigene Webseite und App.[5] Ab 2012 expandierte Yello auf den tschechischen Strommarkt, den Vertrieb übernahm die tschechische Tochtergesellschaft eYello CZ.[19]

Zum 31. Juli 2020 fusionierte die Muttergesellschaft EnBW die Yello Strom GmbH mit ihrer anderen Tochtergesellschaft NaturEnergie+ Deutschland GmbH.[12] Im Jahr 2024 startete Yello mit der Figur Klyma Wandel, verkörpert von Gisa Flake, eine Werbekampagne, in der das Unternehmen mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien wirbt.[20][21]

Unternehmensstruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yello hat rund 100 Mitarbeiter, Unternehmensstandort ist Köln.[22] Nach Angaben von 2024 hat das Unternehmen rund 900.000 Kunden. Das Unternehmen Yello Strom besitzt weder eigene Stromnetze noch erzeugt es Energie. Es ist eine reine Vertriebsgesellschaft, die den Strom einkauft und an private Haushalte und Gewerbekunden vertreibt.[5]

Als Tochtergesellschaft der EnBW Energie Baden-Württemberg wird für Yello kein eigener Umsatz ausgewiesen.[23]

Stromkennzeichnung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach § 42 EnWG zur Stromkennzeichnung sind seit dem 15. Dezember 2005 alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms zu veröffentlichen.

Herkunft bundesweiter
Durchschnitt
Yello Gesamt Yello Standard Yello Ökostrom
2024[24]
Erneuerbare Energieträger mit Herkunftsnachweis 50,9 % 100 %
Kernenergie 11,4 % 0 %
Fossile Energieträger + sonstige 37,7 % 0 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0000 0,0000
CO2-Emissionen (g/kWh) 298 0
2023[25]
Erneuerbare Energieträger 59,5 % 100 %
Kernenergie 1,5 % 0 %
Fossile Energieträger + sonstige 39,0 % 0 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,00004 0
CO2-Emissionen (g/kWh) 324 0
2021[26]
Erneuerbare Energieträger 45,2 % 52,8 % 60,3 % 100 %
Kernenergie 12,9 % 13,8 % 11,7 % 0 %
Fossile Energieträger + sonstige 41,9 % 33,4 % 28,0 % 0 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0003 0,0004 0,0003 0
CO2-Emissionen (g/kWh) 350 274 231 0
2020[27]
Erneuerbare Energieträger 49,0 % 52,3 % 74,2 % 100 %
Kernenergie 12,4 % 19,4 % 10,5 % 0 %
Fossile Energieträger + sonstige 38,6 % 28,3 % 15,3 % 0 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0003 0,0005 0,0003 0
CO2-Emissionen (g/kWh) 310 221 120 0
2019[28]
Erneuerbare Energieträger 44,3 % 70,4 % 60,4 % 100 %
Kernenergie 13,5 % 15,7 % 21,1 % 0 %
Fossile Energieträger + sonstige 42,2 % 13,9 % 18,5 % 0 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0004 0,0004 0,0006 0
CO2-Emissionen (g/kWh) 352 109 147 0
2018[29]
Erneuerbare Energieträger 38,2 % 65,3 %
Kernenergie 13 % 15,4 %
Fossile Energieträger + sonstige 48,8 % 19,3 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0003 0,0004
CO2-Emissionen (g/kWh) 421 155
2017
Erneuerbare Energieträger 33,1 % 52,9 %
Kernenergie 12,7 % 17,4 %
Fossile Energieträger + sonstige 50,7 % 25,6 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0003 0,0005
CO2-Emissionen (g/kWh) 435 205
2016[30]
Erneuerbare Energieträger 32 % 50,2 % 45,7 % 100 %
Kernenergie 14,3 % 23,5 % 25,6 % 0 %
Fossile Energieträger + sonstige 53,7 % 26,3 % 28,7 % 0 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0004 0,0006 0,0007 0
CO2-Emissionen (g/kWh) 471 216 235 0
2015
Erneuerbare Energieträger 28,7 % 45,5 %
Kernenergie 15,4 % 26,3 %
Fossile Energieträger + sonstige 52,8 % 24,7 %
Radioaktiver Abfall (g/kWh) 0,0004 0,0007
CO2-Emissionen (g/kWh) 476 202

Yello Strom bietet seinen Kunden Stromtarife mit 100 % Ökostrom aus erneuerbaren Energien aus Europa an, die TÜV-zertifiziert sind.[31] Für die von den Kunden verbrauchte Strommenge erwirbt das Unternehmen sogenannte Herkunftszertifikate, die belegen, dass der Strom in regenerativen Erzeugungsanlagen in Europa erzeugt wurde.[32] Die Verbraucherzentrale NRW schreibt, dass Ökostromtarife jedoch nur wenig zur Energiewende beitragen würden. Ökostrom ergebe nur Sinn, wenn damit auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert würde.[33]

Kooperation mit Pina Earth

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder neu abgeschlossene Strom-, Wärmestrom- oder Gasvertrag bei Yello enthält seit 2025 einen Klimaschutzbeitrag. Dieser fließt in zertifizierte Waldumbaumaßnahmen des ClimateTechStart-ups Pina Earth. Ziel ist der Umbau von Monokulturen in klimaresiliente Mischwälder in Deutschland.[34] Damit sollen mehr als vier Millionen Quadratmeter Wald (Stand 2026)[35] klimafähig gemacht werden. Der Fortschritt (z. B. die jährlich gebundene CO₂Menge) wird über das „Pina Earth Wald Dashboard“ veröffentlicht.

Ein Beispielprojekt ist der Nadelholzumbau in der Gudower Mühle: 140 ha Nadelholzbestand werden in naturnahe Mischwälder umgewandelt, um z. B. Biodiversität zu fördern und Waldbrandrisiken zu reduzieren.[35]

Yello ist Hauptsponsor der gemeinnützigen Impact Factory, Deutschlands größtem Stipendienprogramm für Social‑Start-ups. Als Unternehmenssponsor unterstützt Yello das Programm finanziell und bietet seinen Mitarbeitern betriebliche Freiwilligenprogramme.[36]

Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Bernd Kreutz: Also ich glaube, Strom ist gelb. Über die Kunst, Konzerne Farbe bekennen zu lassen. Hatje Cantz, Ostfildern 2000, ISBN 3-7757-0920-7.
Commons: Yello Strom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Impressum. In: Yello Strom GmbH. Abgerufen am 29. Juni 2026.
  2. Yello nun mit dynamischem Tarif für Haushaltskunden. In: Energie & Management. 21. August 2025, abgerufen am 29. Juni 2026.
  3. Philip Banse: Zehn Jahre Liberalisierung des Strommarktes. In: Deutschlandfunk. 15. April 2008, abgerufen am 29. Juni 2026.
  4. Peter Lessmann: Holprig, zäh und widerwillig – 15 Jahre Strommarktliberalisierung. In: heise online. 20. April 2013, abgerufen am 29. Juni 2026.
  5. 1 2 3 4 Stephan Eppinger: Als der Strom in Deutschland gelb wurde. In: Westdeutsche Zeitung. 23. September 2024, abgerufen am 29. Juni 2026.
  6. Bundesverband Neuer Energieanbieter gegründet. In: Energie-Chronik. Abgerufen am 29. Juni 2026.
  7. Yello Strom verbietet GoYellow den Namen. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010, abgerufen am 29. Juni 2026.
  8. Yello schickt „inneren Schweinehund“ in Rente. In: Horizont. 17. Januar 2008, abgerufen am 29. Juni 2026 (deutsch).
  9. Yello wird erster nationaler Partner der WM 2006. In: Horizont. 13. Februar 2006, abgerufen am 29. Juni 2026.
  10. Yumpu.com: 100 Tage Strommkennzeichnung. In: Greenpeace (bei Yumpu). Abgerufen am 29. Juni 2026.
  11. Germany: Shut down Yello nuclear power Greenpeace occupies nuclear power plant cooling tower at Philippsburg. In: Greenpeace. Archiviert vom Original am 21. Dezember 2007; abgerufen am 29. Juni 2026.
  12. 1 2 Klaus Geier: Yello übernimmt Ökostrom-Anbieter NaturEnergiePlus. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 19. September 2020, abgerufen am 29. Juni 2026.
  13. Schlaue Zähler. In: Stiftung Warentest. Abgerufen am 18. Februar 2026.
  14. Für Menschen und Umwelt: Microsoft verpasst sich einen grünen Anstrich. In: heise.de. Abgerufen am 18. Februar 2026.
  15. Marlies Uken: Sind die smarten Stromzähler ein Flop? In: Die Zeit. 25. März 2011, abgerufen am 29. Juni 2026.
  16. Rena Tangens, Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Technik“ geht an die Yello Strom GmbH. In: bigbrotherawards.de. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  17. EnBW: Gewinn steigt, Strompreise auch. In: Manager Magazin. 19. Februar 2008, abgerufen am 29. Juni 2026.
  18. Yello friert den Gaspreis ein. In: Yello Strom GmbH. Abgerufen am 29. Juni 2026.
  19. Unternehmen: Yello Strom geht nach Tschechien. In: Energie & Management. 28. November 2012, abgerufen am 29. Juni 2026.
  20. Mockumentary mit Phil Laude: Yello-Werbefigur Klyma Wandl bekommt Stress mit der Nachbarschaft. In: Horizont. Abgerufen am 29. Juni 2026 (deutsch).
  21. Timo Niemeier: Das Comeback des Storytellings: Wie sich Werbung wandelt. In: DWDL. 2. Dezember 2025, abgerufen am 29. Juni 2026.
  22. Vertrieb: Yello nun mit dynamischem Tarif für Haushaltskunden. In: Energie & Management. 21. August 2025, abgerufen am 29. Juni 2026.
  23. EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, Jahres-, Konzern- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2025, veröffentlicht im Unternehmensregister am 1. April 2026, abgerufen am 20. April 2026.
  24. Wo kommt der Yello Strom her? Strommix und Umweltauswirkungen 2024. (PDF) In: Yello Strom GmbH. Abgerufen am 29. Juni 2026.
  25. Wo kommt der Yello Strom her? Stromkennzeichnung 2023. In: Website der Yello Strom GmbH. Yello Strom GmbH, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  26. Wo kommt der Yello Strom her? Stromkennzeichnung 2021. (PDF) Yello Strom GmbH, archiviert vom Original am 6. November 2022; abgerufen am 29. Juni 2026.
  27. Wo kommt der Yello Strom her? Strommix und Umweltauswirkungen 2020. (PDF; 106 kB) Yello Strom, abgerufen am 31. Januar 2023.
  28. Wo kommt der Yello Strom her? Stromkennzeichnung 2019. (PDF) In: Website der Yello Strom GmbH. Abgerufen am 11. März 2026.
  29. Wo kommt der Yello Strom her? Stromkennzeichnung 2018. (PDF) In: Website der Yello Strom GmbH. Abgerufen am 11. März 2026.
  30. Wo kommt der Yello Strom her? Stromkennzeichnung 2016. (PDF) In: Website der Yello Strom GmbH. Yello Strom GmbH, abgerufen am 11. März 2026.
  31. Ökostrom von Yello ist TÜV NORD zertifiziert. Website der Yello Strom GmbH. Abgerufen am 13. November 2025.
  32. Gelb steht für Nachhaltigkeit bei Yello. In: Yello. Abgerufen am 29. Juni 2026.
  33. Ist ein Tarif mit Ökostrom und Ökogas überhaupt sinnvoll? In: Verbraucherzentrale NRW. 24. Oktober 2024, abgerufen am 13. Januar 2026.
  34. Regina Bruckschlögl: Pina Earth und Yello: Kooperation für klimafitte Wälder. In: Munich Startup. 13. März 2025, abgerufen am 29. Juni 2026 (deutsch).
  35. 1 2 Mach mit beim Klimaschutz. In: Yello Strom GmbH. Abgerufen am 13. November 2025.
  36. Yello x Impact Factory. In: Yello Strom GmbH. Abgerufen am 13. November 2025.
  37. German Design Award 2009. In: Stylepark. Abgerufen am 29. Juni 2026 (englisch).
  38. Christa Catharina Müller: Marken-Award 2024 – Die Finalisten: Yello Strom. In: absatzwirtschaft. 3. Juni 2024, abgerufen am 29. Juni 2026.
  39. Product Design Case Study: Energie App Yello × DUMBO. In: Dumbo Design. Abgerufen am 29. Juni 2026.