Zum Inhalt springen

Portal:Täuferbewegung

Diese Seite wurde als informative Liste oder Portal ausgezeichnet.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Abkürzung: P:TBW
Willkommen im PORTAL
Täuferbewegung
1525–2026:
501 Jahre Täuferbewegung
Gnad, freyd unnd frid in Gott!

So grüßte der ehemalige katholische Wallfahrtsprediger und spätere Täufer Balthasar Hubmaier den Edlen Herrn Jan Bubschansky in einem persönlichen Brief. Hubmaier gehörte zu einer vielschichtigen Bewegung, die u.a. der Kirchengeschichtler Heinold Fast (nach George Huntston Williams) als linken Flügel der Reformation bezeichnet hat. Als Gründungsdatum der Täuferbewegung gilt das Jahr 1525. Das augenfällige äußere Kennzeichen dieser Bewegung war die strikte Ablehnung der Säuglingstaufe. Die in diesem Portal gesammelten Artikel machen jedoch deutlich, dass die Anliegen der Täuferbewegung erheblich umfangreicher waren und sind.

Die Täufer stellten in Schrift, Wort und Lebenspraxis die Frage nach dem Wesen der Kirche, forderten die Trennung von Thron und Altar und waren Wegbereiter der erheblich später gesetzlich garantierten Glaubens- und Gewissensfreiheit. Sie diskutierten die Frage, ob es für Christen erlaubt sei, Kriegsdienst zu leisten, und kamen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sie suchten aufgrund ihrer jeweiligen biblischen Einsichten nach neuen Formen menschlichen Zusammenlebens und entwickelten hier unterschiedliche Modelle, die einander zum Teil entgegengesetzt waren. Viele Angehörige der reformatorischen Täuferbewegung wurden wegen ihrer Überzeugungen verfolgt, vertrieben und als Märtyrer hingerichtet. Die moderne Täuferforschung spricht – parallel zum Genozid – inzwischen von einem Ekklesiozid, der an den Täufern verübt worden sei. Neben den staatlichen Behörden waren es vor allem die Beauftragten der katholischen, evangelisch-lutherischen und evangelisch-reformierten Kirchen, die maßgeblich daran beteiligt waren.

Vorgeschichte
Wappen der Waldenser

Die Anfänge und die weiteren Entwicklungen der täuferischen Reformation hatten ihre Ausgangspunkte in vorreformatorischen und reformatorischen Ideen und Glaubensanschauungen, die u.a. durch folgende Bewegungen und Namen repräsentiert werden:

Geschichte    [Bearbeiten]
Titelseite des Ausbund
Mennokate Bad Oldesloe

Einen allgemeinen Überblick über Geschichte und Anliegen des Täufertums bieten die Hauptartikel Radikale Reformation und Täufer

Mit Quellen zur Geschichte der Täuferbewegung befassen sich folgende Artikel:

Ausbund | Bekenntnisse der Täufer | Schleitheimer Artikel | Das Kunstbuch | Dordrechter Bekenntnis | Wormser Bibel | Wormser Propheten | Geschichtbuch der Hutterischen Brüder | Märtyrerspiegel | Protestation und Schutzschrift | Quellen zur Geschichte der Täufer | Wiedertäufermandat | Ofener Mandat

Verschiedene Zweige, Richtungen und Konvergenzbewegungen des Täufertums werden in Auswahl und alphabetisch sortiert hier beschrieben: Altkolonier | Alttäufer | Amische | Augsburger Märtyrersynode | David-Joristen | Gabrieler | Hutterer  | Lammisten | Marbeck-Kreis | Mennoniten | Mennoniten alter Ordnung | Obbeniten | Philipper | Russlandmennoniten | Sabbater | Schweizer Brüder | Schwertler | Sonnisten | Stäbler | Märtyrer der Täuferbewegung

Mit regionaler Täufergeschichte beschäftigen sich folgende Artikel: Täufer im Kanton Bern | Täufer in Niederdeutschland | Täufer in Ostfriesland | Täufer auf Eiderstedt | Täufer im Harz | Süddeutsche Täufer | Uttenreuther Täufer

Um Täufer-Museen und Orte des Gedenkens geht es hier:

Mit der Täuferforschung befassen sich unter anderem folgende Institutionen:

Mennonitischer Geschichtsverein | Schweizerischer Verein für Täufergeschichte | Theologisches Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden | Verein für Freikirchenforschung

Online-Nachschlagewerke zum Thema Täufer:

Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online | Mennonitisches Lexikon

Die Münsterschen Täufer    [Bearbeiten]
Jan van Leiden bei der Taufe eines Mädchens

Eine Sonderrolle innerhalb der Täuferbewegung spielten die Münsterschen Täufer und ihr sogenanntes Täuferreich von Münster. Folgende alphabetisch sortierte Biographie-Artikel berichten von den Hauptakteuren:

Heinrich Gresbeck | Johann Klopreis | Bernd Knipperdolling | Bernd Krechting | Heinrich Krechting | Jan van Leiden | Jan Matthys | Heinrich Roll | Bernd Rothmann | Wassenberger Prädikanten

Jüngere Geschichte und Gegenwart    [Bearbeiten]
Mennonitenkirche Norden

Auch nach der Reformationszeit haben sich Teile der Täuferbewegung gehalten. Bis heute bestehen täuferische Denominationen wie die Hutterer und Mennoniten in zum Teil unterschiedlichen Richtungen und Ausprägungen (zum Beispiel: Amische, Brethren in Christ oder Mennoniten-Brüdergemeinden). Nach Angaben der Mennonitischen Weltkonferenz beziffert sich die Anzahl der inzwischen weltweit verbreiteten Täufer auf heute etwa 1,6 Mio.

Täuferische Theologie fand sich im 16. Jahrhundert auch bei den antitrinitarischen Polnischen Brüdern. Auch der Radikale Pietismus nahm Ideen der Täufer auf. An der Schnittstelle zwischen Täuferbewegung und radikalem Pietismus entstanden 1708 im westfälischen Schwarzenau die Schwarzenau Brethren, auf die auch die heute in Nordamerika verbreitete Church of the Brethren zurück geht. Aus ihnen entwickelten sich auch die Siebentägner-Tunker, die mit dem 1732 gegründeten Ephrata Cloister eine kleine semi-monastische Gemeinschaft ins Leben riefen, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts existierte und dann in den Siebenten-Tags-Baptisten aufging.

Als Erben von Teilen der täuferischen Lehre und Ekklesiologie können heute auch viele Vertreter der evangelischen Freikirchen angesehen werden, darunter insbesondere die Baptisten, deren erste Gemeinde 1609 in Amsterdam gegründet wurde.

Jüngere Geschichte und Gegenwart der hutterischen Bewegung
Migrationsbewegungen der europäischen Hutterer
Deutscher Bruderhof in Sannerz

Zu den besonders interessanten Erscheinungen der Kirchengeschichte gehören die Hutterer, deren spezielles Kennzeichen die Gütergemeinschaft ist. Ihre Geschichte reicht wie die der Mennoniten in die Anfänge der Täuferbewegung zurück. Mähren, Tirol, Österreich, Ungarn, Russland, USA, Kanada und Südamerika sind unter anderem die Länder, die sie für kürzere oder längere Zeit durchwandert haben - entweder auf der Flucht vor Verfolgung oder aber durch die Gründung neuer Kolonien.

Hauptartikel

Hutterer

Hutterische Biographien

Jakob Hutter | Peter Riedemann | Peter Walpot

Hutterer - regional

Ungarn: Habaner |

Hutterische Kultur und Tradition

Hutterische Sprache | Geschichtbuch der Hutterischen Brüder | Bruderhof

Neuhutterer

Bruderhöfer | Eberhard Arnold | Gertrud Dalgas-Hüssy | Sonnenlieder

Hutterische Theologie und Praxis

Friedenskirche | Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde | Gläubigentaufe | Kommunität
Jüngere Geschichte und Gegenwart der mennonitischen Bewegung
Mennonitenkirche Friedrichstadt
Mennonitenkirche Leer (Ostfrl.)
Mennonitenkirche Worms-Ibersheim

Die folgenden Artikel befassen sich mit der Neueren Geschichte und Gegenwart der Mennoniten. Sie vermitteln einen Eindruck von der weltweiten und in zahlreiche Äste verzweigten Bewegung dieser in der Reformationszeit entstandenen Freikirche. Die liberaleren mennonitischen Gemeinden sind auf internationaler Ebene in der Mennonitischen Weltkonferenz vereinigt, während traditionelle Gruppen großen Wert auf ihre Unabhängigheit legen.

Hauptartikel

Mennoniten - Alttäufer - Neutäufer - Mennonitische Auswanderung

Mennoniten - regional

Deutschland: Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland | Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden | Bund Taufgesinnter Gemeinden | Arbeitsgemeinschaft zur geistlichen Unterstützung in Mennonitengemeinden
Frankreich: Association des Églises Évangéliques Mennonites de France
Kanada: Mennonite Church Canada | Evangelical Mennonite Conference
Niederlande: Algemene Doopsgezinde Sociëteit
Österreich: Mennonitische Freikirche Österreich | Freikirchen in Österreich
Paraguay: Convención de los Pastores de las Iglesias Mennonitas del Paraguay
Schweiz: Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer)
Russland: Russlandmennoniten | Allrussischer Mennonitischer Landwirtschaftlicher Verein | Kommission für Kirchliche Angelegenheiten | Mennonitenansiedlung Alt-Samara
Vereinigte Staaten von Amerika: Mennonite Church USA

Mennonitische Denominationen/Richtungen

Altflämische Mennoniten | Amische | Brethren in Christ | Mennonitische Brüdergemeinden | Mennoniten alter Ordnung | Russlandmennoniten | Altkolonier | Kleine Gemeinde | Michigan related Amish

Mennonitische Kirchengebäude

Mennonitenkirche Leer | Mennonitenkirche Norden | Singelkerk Amsterdam | Mennonitenkirche Neuwied | Mennonitenkirche Weierhof
Siehe auch: Liste der Mennonitenkirchen

Mennonitische Kultur und Tradition

Amische Literatur | Mennonitisches Gesangbuch | Plautdietsch | Pennsylvania Dutch | Russlandmennoniten | Stellet Licht | Die perfekte Welt der Mennoniten (Dokumentarfilm) | Quilt

Mennonitische Organisationen

Mennonitische Weltkonferenz | Mennonite Central Committee | Ten Thousand Villages | Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee | Deutsches Mennonitisches Missionskomitee | Mennonitischer Geschichtsverein | Christliche Dienste | Michael-Sattler-Friedenspreis

Mennonitische Theologie

Bergpredigt | Friedenskirche | Trennung von Religion und Staat | Freiwilligkeitskirche | Glaubenstaufe | Kongregationalismus | Priestertum aller Gläubigen

Mennonitische Ausbildungsstätten

Theologisches Seminar Bienenberg | Bibelseminar Bonn (mennonitisch-baptistisch) | Bluffton University | Goshen College
Täuferbiographien    [Bearbeiten]
Noch bis ins 17. Jahrhundert wurden viele der hier verzeichneten Täuferpersönlichkeiten verfolgt, vertrieben oder als Galeerensklaven verkauft. Etliche starben im Gefängnis. Nicht wenige von ihnen erlitten den Märtyrertod.

Personen der historischen Täuferbewegung (Auswahl)

Hans Hut
Hinrichtung Anneken Hendriks
Menno Simons
Heinrich Aberli | Alexander | Gabriel Ascherham | Augustin Bader | Jan van Batenburg | Eukarius Binder | Jörg Blaurock | Nicolaas Meyndertsz van Blesdijk | Hans Blietel | Eberli Bolt | Kaspar Braitmichel | Johannes Brötli |