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Nord Aviation

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Nord Aviation
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Rechtsform Société anonyme (SA)
Gründung 1954
Auflösung 1970
Auflösungsgrund Vereinigung mit Sud Aviation und SEREB zu Aérospatiale
Sitz Bourges (Frankreich)

Die Société nationale de constructions aéronautiques Nord Aviation (wörtlich: „Nationale Luftfahrtbau-Gesellschaft Nord Aviation“), kurz Nord Aviation, war ein staatlicher französischer Flugzeughersteller. Der Großteil seiner Anlagen befand sich am Flughafen Bourges in Zentralfrankreich.

Am 1. März 1970 fusionierte Nord Aviation mit Sud Aviation und SEREB zur Société nationale d'industrie aérospatiale (SNIAS), die kurz darauf in Aérospatiale umbenannt wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann der Wiederaufbau und die Neuausrichtung der französischen Luftfahrtindustrie. Viele Unternehmen entschieden sich in dieser Zeit der Konsolidierungen zu fusionieren. Am 1. Oktober 1954 entstand Nord Aviation durch die Übernahme der SFECMAS (Société française d'étude et de construction de matériels aéronautiques spéciaux) durch die SNCAN (Société nationale de constructions aéronautiques du Nord).

Nord 2501 Noratlas

Ein Jahr vor der Gründung des Unternehmens war die Entwicklung des Flugzeugs abgeschlossen worden. Das wohl als das erfolgreichste Modell von Nord Aviation angesehen werden kann: die Nord 2501 Noratlas. Nord setzte das Programm termingerecht fort und erfüllte seinen ursprünglichen Auftrag über 34 Flugzeuge bis zum 25. Juni 1953 zu liefern. Die Armée de l’Air war davon beeindruckt und bestellte daraufhin weitere 174 Noratlas. Insgesamt wurden schließlich 228 Flugzeuge bei der französischen Luftwaffe in Dienst gestellt. Neben dieser beträchtlichen Nachfrage im Inland war die Noratlas auch im Export ein Erfolg. Die neu gegründete Bundesrepublik Deutschland beschloss, den Bedarf der Bundesluftwaffe an neuen Transportflugzeugen, durch die Bestellung von insgesamt 187 Noratlas zu decken. Von denen die ersten im Laufe des Jahres 1956 ausgeliefert wurden. Während die ersten 25 Flugzeuge in Frankreich hergestellt wurden, wurden die restlichen 161 Noratlas-Flugzeuge vor Ort von der in Westdeutschland ansässigen Firma Flugzeugbau Nord gefertigt. Diese Flugzeuge erhielten die Bezeichnung N-2501D. Flugzeugbau Nord war bereits von Beginn an am Noratlas Programm beteiligt. Es handelte sich um das erste Luftfahrtprojekt des Unternehmens in der Nachkriegszeit, bei dem es für die Konstruktion und Fertigung des Großteils des Flugzeugrumpfs verantwortlich war. Neben diesen und anderen militärischen Kunden wurde die Noratlas auch für den zivilen Markt hergestellt, darunter ein spezielles, demilitarisiertes Modell mit der Bezeichnung N-2502A/B.

Nord 1500 Griffon

Mehrere Flugzeuge von Nord Aviation kamen nie über das Versuchsstadium hinaus. Eines der radikalsten Designs war die Nord 1500 Griffon, ein mit einem Staustrahltriebwerk ausgestattetes Kampfflugzeug. Welches Mitte der 1950er Jahre entwickelt wurde, um eine Vorgabe der französischen Luftwaffe für einen Mach 2 Jäger zu erfüllen. Zunächst wurden in einem Schreiben vom 24. August 1953 zwei Prototypen in Auftrag gegeben. Der endgültige Vertrag (Nr. 2003/55) folgte 1955.[1] Obwohl sie letztendlich den Bedarf an einem leichten Abfangjäger decken sollten, der von 1.000 m langen Graslandebahnen aus operieren konnte. Wurden die beiden Prototypen ohne militärische Ausrüstung ausschließlich zu Forschungszwecken bestellt. Die Produktion der geplanten Einsatzversionen, die oft als Super Griffon bezeichnet wurden, fand nicht statt. Da man feststellte, dass die Anforderungen mit weniger komplexen und kostengünstigeren Flugzeugen, wie der konventionelleren Dassault Mirage III, erfüllt und sogar übertroffen werden konnten.[2]

Exocet MM38

Neben seiner Flugzeugpalette entwickelte und fertigte Nord Aviation auch eine Reihe von Raketen. Die wohl berühmteste davon war die Exocet, eine flach über dem Meer fliegende Schiffsabwehrrakete. Die Entwicklung wurde von Nord im Jahr 1967 unter der Bezeichnung MM 38 begonnen.[3] Ihr grundlegendes Gehäusedesign basierte auf der taktischen Luft-Boden-Rakete AS-30. Die luftgestützte Version des Exocet wurde in den 1970er Jahren entwickelt und 1979 bei der französischen Marine in Dienst gestellt. Der Flugkörper erlangte traurige Berühmtheit durch seinen Einsatz im Falklandkrieg von 1982, in dem mehrere britische Schiffe durch von argentinischen Streitkräften abgefeuerte Exocets beschädigt oder versenkt wurden. Sowohl der Zerstörer HMS Sheffield der Royal Navy als auch das 15.000 Tonnen-Handelsschiff Atlantic Conveyor gingen durch den Einsatz der Exocet verloren.[4] Unabhängig davon wurde, 1987, auch eine amerikanische Fregatte, die USS Stark, durch zwei Exocet-Raketen beschädigt, die von einer Dassault Mirage F1 der irakischen Luftwaffe abgefeuert wurden, während sie vor der Küste Saudi-Arabiens patrouillierte.

Am 1. März 1970 fusionierte Nord Aviation mit Sud Aviation zur Société nationale d'industrie aérospatiale (SNIAS), welches umgehend in Aérospatiale umbenannt wurde. Dieses Unternehmen fusionierte schließlich im Jahr 2000 mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der anschließend in Airbus Group umbenannt wurde.

Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen

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Modell Jahr Anmerkung
Nord 1000 Pingouin 1944 Verbindungsflugzeug
Nord 1001 Pingouin I 1946
Nord 1002 Pingouin II 1946
Nord 1003 1946
Nord 1100 Noralpha 1944 Prototyp
Nord 1101 Ramier 1946
Nord 1104 Noralpha 1950 Prototyp für Motortest
Nord 1110 Nord-Astazou 1958 Prototyp für Motortest
Nord 1200 Norécrin 1945 Prototyp
Nord 1201 Norécrin 1947 Viersitziger Kabinen-Eindecker
Nord 1202 Norécrin II
Nord 1203 Norécrin II 1947
Nord 1203 Norécrin III 1947
Nord 1203 Norécrin IV 1947
Nord 1203 Norécrin V 1947
Nord 1204 Norécrin 1953
Nord 1221 Norélan 1948 leichtes Trainingsflugzeug
Nord 1222 Norélan 1949
Nord 1223 Norélan
Nord 1226 Norélan Prototyp für Motorentest
Nord 1300 1945 Übungsgleitflugzeug
Nord 1400 Noroit 1948 Flugboot
Nord 1401 Noroit 1949
Nord 1402 Noroit 1949
Nord 1402A Gerfaut IA 1954 Forschungsflugzeug
Nord 1402B Gerfaut IB
Nord 1405 Gerfaut II 1956
Nord 1480 1943 Transportflugzeug wurde nicht verwirklicht
Nord 1500 Noréclair 1947 Trägergestützter Torpedobomber
Nord 1510 Noréclair Variante der Nord 1510
Nord 1500 Griffon I 1955 Forschungflugzeug
Nord 1500 Griffon II 1957
Nord 1540 leichter einsitziger Jet wurde nicht gebaut
Nord 1601 1950 Forschungflugzeug
Nord 1700 Norélic 1947 Forschungshubschrauber
Nord 1710 1950 Forschungshubschrauber
Nord 1750 Norelfe 1954 Forschungshubschrauber
Nord 1800 Schwerer Bomber wurde nicht verwirklicht
Nord 2000 1948 Gleitflugzeug
Nord 2100 Norazur 1947 militärisches Transportflugzeug
Nord 2200 1949 Prototyp eines Trägergestützten Abfangjägers
Nord 2500 Noratlas 1949 militärisches Transportflugzeug
Nord 2501 Noratlas 1950
Nord 2502 Noratlas 1954 ziviles Transportflugzeug
Nord 2503 Noratlas 1956 Prototyp für Motorentest
Nord 2504 Noratlas 1958 Prototyp für Ubootbekämpfung
Nord 2506 Noratlas STOL Variante, Prototyp
Nord 2507 Noratlas SAR Variante, Prototyp
Nord 2508 Noratlas 1957 Transportflugzeug, Prototyp
Nord 2600 1955 Turbopropverkehrsflugzeug wurde nicht verwirklicht
Nord 2700
Nord 2800 1950 Trainingsflugzeug
Nord 3000 1951 Verkehrflugzeug, gegenentwurf zur Sud Aviation Caravelle
Nord 3200 1954 zweisitziges Trainingsflugzeug
Nord 3201 1954
Nord 3202 1957
Nord 3212 1957 Trainingsflugzeug für Instrumentenflug
Nord 3300 1956 Flugzeug zur Aufstandsbekämpfung, blieben im Projektstadium
Nord 3400 Norbarbe 1958 zweisitziges Beobachtungs- und Verbindungsflugzeug
Nord 4300 1960 VTOL Flugzeug, blieben im Projektstadium
Nord 4400 1961 VTOL Flugzeug, blieben im Projektstadium
Nord 5000 Harpon 1955 Überschallabfangjäger, blieben im Projektstadium
Nord 260 Super Broussard 1960 Verkehrsflugzeug
Nord 262 1962 Verkehrsflugzeug
Nord 500 Cadet 1968 VTOL Forschungflugzeug
Nord 5501 CT10 1951 Drone
Nord 5510 CT20 1957 Drone
Nord CT41 Narwhal 1957 Drone
Nord R20 1957 Drone
Nord NC.850 1947 ziviles Leichtflugzeug
Nord NC.853S/G 1957
Nord NC.854 1957 ziviles Leichtflugzeug
Nord NC.854SA 1957 militärische Version der NC.854
Nord NC.856 1957
Nord NC.856A Norvegie 1957 zweisitziges Beobachtungs- und Verbindungsflugzeug
Nord NC.856B/H/N Norclub 1957 viersitziges Leichtflugzeug
Nord NC.858S 1957
Nord NC.859S 1957
Transall C-160 1963 Transportflugzeug, Beteilligung am Entwicklungs- und Baukonsortium
Nord 6000 1965 Schweres Transportflugzeug

Lenkflugkörper und Raketen

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Modell Jahr Anmerkung
Nord 5101 AA-10
Nord 5201 SS.10 1948 drahtgelenkte Panzerabwehrrakete
ENTAC 1950 drahtgelenkte Panzerabwehrlenkwaffe
Nord 5210 SS.11 1953 manuelle Funkgelenkte Panzerabwehrrakete
SS.12/AS.12 1957 manuelle Funkgelenkte Rakete
Nord 5103 AA.20 1953 Luft-Luft-Rakete
Nord 5301 ACAM 1956 Boden-Luft-Rakete, blieben im Projektstadium
Nord 5110 AS.20 1958 manuell gelenkte Kurzstrecken-Luft-Boden-Rakete
AS.30 1960 Kurzstrecken-Luft-Boden-Rakete
SSBS S2 1961 Mittelstreckenrakete für den Einsatz von Nukleargefechtsköpfen
MILAN 1963 Boden-Boden-Panzerabwehrlenkwaffe entwickelt mit MBB
Roland 1963 Flugabwehrraketensystem entwickelt mit MBB
HOT 1964 Panzerabwehrraketensystem entwickelt mit MBB
Exocet 1967 Seezielflugkörper
Commons: Nord Aviation – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Prototypes.com/Le Nord 1500 Griffon/I. Origine. In: jpcolliat.free.fr. Abgerufen am 16. August 2026 (französisch).
  2. Prototypes.com/Le Nord 1500 Griffon/III. Les dérivés du Griffon. In: jpcolliat.free.fr. Abgerufen am 16. August 2026 (französisch).
  3. Exocet AM.39 / MM.40. In: fas.org. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2016; abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  4. Robert L. Scheina: Latin America’s Wars Volume II: The Age of the Professional Soldier, 1900-2001. Potomac Books Incorporated, 2003, ISBN 1-57488-452-2 (englisch, google.de [abgerufen am 16. August 2026]).