Fläming




Der Fläming ist ein bis zu 200,3 m ß. NHN (Hagelberg) hoher kaltzeitlich gebildeter HÜhenzug und gleichzeitig eine historisch gewachsene Kulturlandschaft im sßdwestlichen Brandenburg und Üstlichen Sachsen-Anhalt. Er erstreckt sich Üstlich von Magdeburg ßber mehr als 100 Kilometer bis zur Dahme. Der Fläming ist als 30 bis 50 Kilometer breiter HÜhenrßcken Teil des Sßdlichen Landrßckens, der insbesondere in der Saalekaltzeit geformt wurde.
Den Namen fĂźhrt der dĂźnnbesiedelte Landstrich nach den Flamen (Flemingen), die nach der GrĂźndung der Marken im Zuge der anschlieĂenden deutschen Ostsiedlung in hoher Zahl den HĂśhenzug besiedelten. Jahrhundertelang war der Fläming Grenzgebiet, aufgeteilt zwischen dem Erzbistum Magdeburg, dem Bistum Brandenburg, der Grafschaft Brehna und der Markgrafschaft MeiĂen, dem späteren KurfĂźrstentum Sachsen. Die Markgrafschaft Brandenburg hatte bis zur Reformation so gut wie keinen Anteil. Mit der Schlacht bei Hagelberg und der Schlacht bei Dennewitz fanden 1813 wichtige Schlachten im Befreiungskrieg gegen die franzĂśsische Fremdherrschaft im Fläming statt. Im Jahr 1815 wurde nach der franzĂśsischen und sächsischen Niederlage der gesamte Fläming dem KĂśnigreich PreuĂen eingegliedert.
Mittelalterliche Feldsteinkirchen prägen das Bild vieler DÜrfer. Seit den 1990er Jahren haben sich in der land- und forstwirtschaftlich dominierten Hßgellandschaft vielfältige touristische Infrastrukturen herausgebildet, wie beispielsweise die Flaeming-Skate, einer der längsten Rundkurse seiner Art. Der Naturpark Hoher Fläming, mit ersten Angeboten auch der im Jahr 2005 erklärte Naturpark Fläming, stellen eine Vielzahl von Touren, Wanderungen und Reitwegen bereit.
Geologie und Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Grenzen
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Die naturräumlichen Grenzen des Flämings kĂśnnen recht genau festgelegt werden: Die Nord- und SĂźdgrenze bilden Urstromtäler. Im Norden ist es das Baruther Urstromtal, im SĂźden das Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal, welches von der Elbe durchflossen wird. Die Westgrenze kann mit dem Elbetal bei Magdeburg gezogen werden. Im Osten und SĂźdosten werden allgemein das DahmeflieĂ mit dem gleichnamigen Städtchen, nämlich Dahme, sowie das sich sĂźdlich anschlieĂende Schweinitzer FlieĂ als Grenze angegeben.
Gliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Haupteinheiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Naturräumlich stellt der Fläming eine Haupteinheitengruppe dar und trägt die zweistellige Kennziffer 85. Er gliedert sich in die folgenden Haupteinheiten:[1]
- 85 Fläming (4361 km²)
- 850 Burg-Ziesarer Vorfläming (211 km²) â Nordwestabdachung an Ihle und Tucheimer Bach
- 851 Westliche Fläminghochfläche (542 km²) â Westteil
- 852 Zerbster Land (mit Leitzkauer HĂśhen; 620 km²) â SĂźdwestabdachung an Nuthe und Ehle (zur Elbe)
- 853 Zentraler Fläming (523 km²) â Zentralteil
- 854 RoĂlau-Wittenberger Vorfläming (628 km²) â SĂźdabdachung (zur Elbe)
- 855 Belziger Vorfläming (185 km²) â zentrale Nordabdachung an der Plane (zur Havel)
- 856 NĂśrdliches Fläming-WaldhĂźgelland (413 km²) â nĂśrdlicher Ostteil, zum Flusssystem der Nuthe (zur Havel) entwässernd
- 857 Ăstliche Fläminghochfläche (526 km²) â zentraler Ostteil
- 858 SĂźdliches FläminghĂźgelland (613 km²) â SĂźdlicher Ostteil, in der Hauptsache zur Schwarzen Elster entwässernd
Der aus den Haupteinheiten 851, 853 und 856 bis 858 bestehende Fläming im engeren Sinne hat â etwa im Norden, nordwestlich von Bad Belzig und im Osten, westlich GolĂens â zum Teil sehr scharfe Grenzen zu den umgebenden Niederungen. Dort, wo diese Ăbergänge allmählich stattfinden, spricht man von Vorfläming. Die Ăbergänge sind jedoch flieĂend, und der RoĂlau-Wittenberger Vorfläming erreicht auch in Elbnähe noch HĂśhen um 150 m ß. NHN. Das sich westlich anschlieĂende Zerbster Land stellt hingegen eine fruchtbare Ackerlandschaft dar und wird von Ministerium fĂźr Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt auch als Zerbster Ackerland den Ackerebenen zugerechnet. Lediglich die inselartigen Leitzkauer HĂśhen haben hier HĂźgellandcharakter.
Eine landläufig ßbliche Unterteilung des Flämings ist auch die in den Hohen Fläming im Westen und den Niederen Fläming im Osten, wobei als Grenze z. T. die Plane im Norden und die Zahna im Sßden definiert werden. Danach bestßnde der Hohe Fläming aus den Einheiten 850 bis 854 sowie dem Westen von 855 und der Niedere aus dem Osten von 855 und den Einheiten 856 bis 858.
Hoher Fläming
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Hohe Fläming (Mittelpunktkoordinaten: 52° 0â˛Â N, 12° 40â˛Â O) ist etwas ausgedehnter als der Niedere Fläming. Die hĂśchsten Erhebungen sind:
- Hagelberg, 200,3 m ß. NHN
- Üstlich von Groà Marzehns, 189,6 m ß. NHN (51° 59Ⲡ44ⳠN, 12° 36Ⲡ36ⳠO)
- am Wasserturm in Wiesenburg, 188,3 m ß. NHN (52° 7Ⲡ10ⳠN, 12° 27Ⲡ15ⳠO)
- Michelsberg bei Grabo, 185 m ß. NHN, hÜchste Fläming-Kuppe in Sachsen-Anhalt (51° 57Ⲡ12ⳠN, 12° 40Ⲡ11ⳠO)
- WindmĂźhlenberge bei GĂśritz, 170,6 m ß. NHN â 180,6 m ß. NHN (52° 0Ⲡ31âł N, 12° 28Ⲡ3âł O)
Am Nordostrand bei RagÜsen gibt es gebirgsartige Abhänge von mehr als 60 m HÜhe zur Niederung der Temnitz und 40 m HÜhe zu den Belziger Landschaftswiesen.
Niederer Fläming
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Niedere Fläming wird sßdlich durch die Niederung der Schwarzen Elster und Üstlich durch die Dahme begrenzt. Historisch ist auch die sßdliche Abgrenzung durch das Schweinitzer Flieà gebräuchlich, welche allerdings die sßdlichen Auszßge nicht berßcksichtigt. Seine hÜchste Erhebung ist der Golmberg (178 m ß. NHN) bei Stßlpe, gefolgt von einer 166,2 m ß. NHN hohen Stelle (51° 59Ⲡ54ⳠN, 13° 26Ⲡ52ⳠO) bei Merzdorf und 157,3 m ß. NHN (51° 59Ⲡ26ⳠN, 13° 29Ⲡ59ⳠO) bei Groà Ziescht.
Orte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Fläming liegen die Städte Ziesar, Bad Belzig, Niemegk, Treuenbrietzen, BrĂźck, JĂźterbog, Baruth/Mark, Dahme/Mark, Zahna-Elster, Lutherstadt Wittenberg, MĂśckern, Loburg und Zerbst/Anhalt sowie die Gemeinden Wiesenburg/Mark, Rabenstein/Fläming, NiedergĂśrsdorf, Niederer Fläming, Ihlow, Gräben, Linthe, MĂźhlenflieĂ, Planetal, Wollin, Buckautal, Dahmetal und Nuthe-Urstromtal sowie weiterhin die Verwaltungsgemeinschaften Coswig, Elbe-Ehle-Nuthe, MĂśckern-Loburg-Fläming. Auf sachsen-anhaltischer Seite haben die Landkreise Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld und Jerichower Land, auf brandenburgischer Seite die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming sowie, mit einer kleinen Fläche im Norden, der Landkreis Elbe-Elster Anteil am Fläming. Auch die Gemeinde Steinreich im Westen des Landkreises Dahme-Spreewald liegt auf dem Fläming.
Während die naturräumlichen Grenzziehungen relativ scharf sind, ist eine Abgrenzung der historischen Kulturlandschaft Fläming mit Unsicherheiten verbunden. So reichen seine kulturellen Einflßsse (zum Beispiel Gestaltung und Bauart der DÜrfer) bis in das nÜrdlich gelegene Baruther Urstromtal hinein, während sich die DÜrfer in unmittelbarer Nähe von Magdeburg meistens nicht dem Fläming zugehÜrig fßhlen. Dennoch stimmt die Kulturlandschaft Fläming in etwa mit der skizzierten Naturlandschaft ßberein.
Allgemeiner Landschaftscharakter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Landschaft des Fläming ist flachwellig bis hĂźgelig. Im Hohen Fläming gibt es ein groĂes zusammenhängendes Waldgebiet mit Rodungsinseln. Im Ăźbrigen Gebiet wechseln sich groĂe Acker- und Wiesenflächen mit ausgedehnten Wäldern ab. Rund 50 % der Fläche sind landwirtschaftlich und 35 % forstwirtschaftlich genutzt.[2]
Geologischer und morphologischer Bau, BĂśden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufbauprinzip
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fläming verdankt seine Entstehung den wiederholten VorstĂśĂen des Skandinavischen Inlandeises während der Kaltzeiten und wird daher zum allergrĂśĂten Teil aus kaltzeitlichen Sedimenten aufgebaut.
Festgesteinsvorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als geologische Besonderheit stehen am sĂźdwestlichen Rand des Flämings bei Gommern geologisch deutlich ältere Gesteine, Quarzite aus dem Karbon, an der Erdoberfläche an. Sie wurden dort in mehreren SteinbrĂźchen abgebaut. Diese Festgesteine tauchen jedoch unmittelbar nordĂśstlich von Gommern, an den sogenannten âMitteldeutschen HauptabbrĂźchenâ, die vom nĂśrdlichen Stadtrand Magdeburgs bis nach Wittenberg verlaufen, schnell in groĂe Tiefen ab und spielen fĂźr den geologischen Bau des Flämings daher nur eine untergeordnete Rolle.
Auswirkung der Kaltzeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Elsterkaltzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auch die ersten EisvorstĂśĂe während der Elsterkaltzeit hinterlieĂen im Gebiet des heutigen Flämings keinen HĂśhenzug. Umgekehrt sogar verliefen zwischen der Elster- und der Saalekaltzeit die Flusssysteme der aus SĂźden kommenden FlĂźsse nach Norden und querten den damals noch nicht existierenden Fläming. Das damalige Saale-Muldesystem verlief im westlichen Fläming; die Elbe floss etwa von Torgau ab nach Norden und querte den Niederen Fläming. Die meistens sandig bis kiesigen Ablagerungen dieses Berliner Elbelaufes sind im Untergrund weit verbreitet und bilden heute wichtige Grundwasserleiter.
Saalekaltzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erst die beiden HauptvorstĂśĂe des Eises während der Saalekaltzeit fĂźhrten wesentlich zur Formung der heutigen Landschaft. Geologisch wird der Hauptteil des Flämings aus Sedimenten des älteren, des Drenthe-VorstoĂes aufgebaut, der noch weit nach SĂźden bis an die Nordgrenze der Mittelgebirge reichte. Die Ablagerungen des jĂźngeren WarthevorstoĂes sind zwar deutlich geringmächtiger, fĂźr die Formung der heutigen Landschaft aber von entscheidender Bedeutung. Da das Eis während des Warthestadiums auf dem Fläming seine sĂźdlichste Grenze erreichte und der Eisrand dort mehrfach oszillierte, verlaufen von Ost nach West mehrere nahezu geschlossene EndmoränenzĂźge Ăźber das Gebiet. Dort wurden die älteren Sedimente oft gestaucht (gestĂśrt). Entsprechend der Glazialen Serie finden sich sĂźdlich dieser Linie vor allem Sanderflächen, die sich in Richtung auf das Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtal abdachen. Es ragen aber auch grĂśĂere drenthezeitliche Grundmoränenareale und ältere Endmoränenreste inselartig aus den Sandern hervor. NĂśrdlich der Endmoränen finden sich entsprechend jĂźngere warthezeitliche Grundmoränenlandschaften. Der warthezeitliche Geschiebemergel, der die Grundmoränenflächen meist aufbaut, ist aber recht geringmächtig (wenige Meter) und sehr lĂźckenhaft ausgebildet, sodass meistens Sande aus der VorstoĂphase des Eises an der Erdoberfläche anstehen.
Die Bilder stammen aus dem Findlingsgarten am Klein Briesener Bach zwischen den DĂśrfern Klein Briesen und RagĂśsen, beides Ortsteile von Bad Belzig.
Weichselkaltzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während der jĂźngsten, der Weichselkaltzeit wurde der Fläming nicht mehr vom Eis Ăźberfahren. Das Inlandeis erreichte jedoch kurz vor dem Nordrand des Flämings seine maximale Ausdehnung. Es gibt Hinweise, dass das Eis an mehreren Stellen den Fläming sogar erreicht hat, ohne auf diesen weiter vorzustoĂen. Dennoch gehĂśrt der Fläming zum Altmoränenland. Während der langen Kaltphase der Weichselkaltzeit bildeten sich typische periglaziale Formen und Ablagerungen, wie Trockentäler (Rummeln) und Windkanter. Von groĂer Bedeutung war die Aufwehung eines SandlĂśssstreifens, der sich von Bad Belzig bis Dahme erstreckt und Grundlage fĂźr die sehr fruchtbaren BĂśden dieser Region ist.
Die in der ausgehenden Weichselkaltzeit gebildeten BinnendĂźnen sind auf dem Fläming ein eher seltenes Phänomen. Ihr Vorkommen beschränkt sich fast ausschlieĂlich auf die Randgebiete zu den umgebenden Niederungen. Eine Ausnahme bildet das Golmberggebiet im Niederen Fläming. Von dort erstreckt sich Ăźber etwa 20 Kilometer ein ausgedehntes DĂźnengebiet nach Osten bis in das Baruther Urstromtal hinein.
Die Tätigkeit der Schmelzwässer im Baruther Urstromtal, dem sĂźdlichsten und ältesten der drei groĂen weichselzeitlichen Urstromtäler in Brandenburg, erodierte an einigen Stellen, wie am SĂźdrand der Belziger Landschaftswiesen und am Golmberg, stark am Flämingnordhang und schnitt bis zu 60 Meter aufragende Geländestufen heraus. GehĂśren die benachbarten Niederungen innerhalb des Urstromtals also bereits zum Jungmoränenland der Weichselkaltzeit, zählen der Hohe und der Niedere Fläming noch zur Altmoränenlandschaft der Saalekaltzeit.
Veraltete Anschauungen zur Entstehung des Flämings
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der populärwissenschaftlichen Literatur und im Alltagsgebrauch sind bis heute zwei Theorien zur Entstehung des Flämings weit verbreitet, die mittlerweile als ßberholt gelten:
- Der Satz âDer Fläming ist eine Endmoräneâ vereinfacht die Entstehung des Gebietes und wird den Prozessen, die zur Entstehung der heutigen Landschaft fĂźhrten, nicht gerecht. Vielmehr ist der Fläming ein kaltzeitlich gebildeter HĂśhenzug, der sowohl Grundmoränen, Endmoränen als auch Sander umfasst.
- Die hin und wieder vertretene These, der Fläming sei tektonisch angelegt und eher ein Bruchschollengebirge mit variszischem Kern, kann auf Grund von Tiefbohrungen als widerlegt gelten. Die Schichten der Kreide und des Tertiärs befinden sich sowohl unter dem Fläming als auch in seinem unmittelbaren Umland in gleicher HÜhenlage und sind damit ungestÜrt.[3]
Verwandte Regionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Teil des SĂźdlichen LandrĂźckens weist der Fläming mit folgenden Landschaften Ăhnlichkeiten auf, die ebenfalls im Warthestadium der Saalekaltzeit geformt wurden:
BĂśden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf Grund der Vielgestaltigkeit der kaltzeitlichen Ablagerungen im Fläming sind die daraus entstandenen Bodengesellschaften sehr heterogen.[4] Ihre Ertragsfähigkeit reicht von extrem nährstoffarm und unfruchtbar bis hin zu sehr fruchtbar.
Die ertragreichsten und fruchtbarsten BĂśden finden sich im oben erwähnten SandlĂśssgĂźrtel zwischen Bad Belzig und Dahme (Stadt). Auf Karten und Satellitenfotos fällt dieses Gebiet wegen seiner Ackernutzung als auffällig waldloser Streifen auf. Dort herrschen LessivĂŠs, meistens in Form der Fahlerde vor. Diese BĂśden sind gut mit Nährstoffen versorgt und leicht zu bearbeiten, kĂśnnen aber, vor allem bei Geschiebemergelunterlagerung, vernässen. Es finden sich dann Ăbergangstypen zwischen Fahlerde und Pseudogley. LessivĂŠs haben sich auch auf den ebenfalls noch fruchtbaren Geschiebemergelstandorten entwickelt, wobei es dort Ăśfter Ăbergangstypen zur Braunerde gibt.
Auf den oberflächig anstehenden Schmelzwassersanden haben sich Braunerden entwickelt, die mehr oder weniger deutliche Merkmale der Podsolierung (Sauerbleichung) zeigen. Echte Podsole finden sich dort aber nur ganz vereinzelt. Weiter verbreitet, wenn auch dort nicht auf groĂen Flächen, sind Podsole und Braunerde-Podsole lediglich auf den extrem nährstoffarmen Flugsandflächen.
Bedingt durch die militärische Nutzung ausgedehnter, meistens sandiger Gebiete, die zur Kappung der ehemals vorhandenen BÜden fßhrte, finden sich dort heute junge RohbÜden und BÜden mit einem A/C-Profil. Meistens haben sich geringmächtige Lockersyroseme und Regosole entwickelt.
Moore und NiederungsbĂśden (zum Beispiel Gleye) spielen auf dem Fläming nur eine untergeordnete Rolle. Sie finden sich allenfalls in den flächenmäĂig eher kleinen TalgrĂźnden.
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fläming liegt, wie die umgebenden Regionen auch, im Ăbergangsbereich vom ozeanischen Klima Westeuropas zum kontinentalen Klima Osteuropas. Die klimatischen Unterschiede zu seinem Umland sind gering, jedoch bei bestimmten Wetterlagen deutlich zu spĂźren.
Temperatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wärmster Monat ist der Juli mit 17 bis 18 °C,[5] kältester der Januar mit â1 bis â2 °C. Verglichen mit seinem Umland ist der Fläming auf Grund seiner HĂśhenlage insgesamt etwas kälter (etwa 1 °C). Vor allem im Winter macht sich dies bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bemerkbar, wenn auf dem Fläming schon bzw. noch Schnee liegt, währenddessen das Umland frei davon ist. Die Temperaturverteilung zwischen Fläming und Umland kehrt sich jedoch bei wolkenlosen oder -armen Strahlungswetterlagen um. Dies gilt vor allem in den Ăbergangsjahreszeiten. Dann flieĂt gerade wegen seiner relativen HĂśhenlage die Kaltluft vom Fläming ab und sammelt sich in den umgebenden Niederungen. Diese sind damit deutlich anfälliger gegenĂźber FrĂźh- und SpätfrĂśsten.
Niederschlag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Hohe Fläming empfängt etwa 650 mm Niederschlag im Jahr. Die tiefer gelegenen Gebiete sind mit etwa 600 bis 550 mm trockener. NĂśrdlich und Ăśstlich des Hohen Flämings macht sich ein, wenn auch bescheidener, Regenschatteneffekt bemerkbar. Das Baruther Urstromtal empfängt deshalb unter 550 mm Niederschlag im Jahr. Auch die hĂśheren Bereiche des Niederen Flämings â annähernd so hoch wie der Hohe Fläming â sind, bedingt durch den Regenschatten, mit etwa 550 bis 600 mm Jahresniederschlag vergleichsweise trocken. Im westlichen Fläming nahe Magdeburg wirkt sich bereits der ungleich kräftigere Regenschatten des Harzes aus. Diese Regionen erhalten nur unwesentlich mehr als 500 mm Niederschlag, vereinzelt sogar darunter.
Weitere Witterungserscheinungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die HÜhenlage des Flämings wirkt sich sowohl auf die Wind- als auch auf die Nebelverhältnisse aus. Er ist deutlich windiger und nebelärmer als sein Umland.
Gewässer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wasserscheide
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăber den Fläming verläuft von West nach Ost die regional bedeutende Wasserscheide zwischen den Gewässern, die nach SĂźden oder Westen direkt in die Elbe flieĂen und den ZuflĂźssen der Havel und Spree, die nach Norden gerichtet sind. Weiterhin ist der Fläming der wichtigste Bildungsraum fĂźr Grundwasser im Ăśstlichen Sachsen-Anhalt und sĂźdlichen Brandenburg und besitzt daher auch Ăźber sein Territorium hinaus eine groĂe Bedeutung fĂźr die Wasserwirtschaft.
FlieĂgewässer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fläming gilt als relativ arm an FlieĂgewässern. Insbesondere in seinen zentralen Teilen sind die meisten Täler Trockentäler, hier Rummeln genannt, die nur in Ausnahmesituationen (z. B. Schneeschmelze Ăźber tief gefrorenem Untergrund) Wasser fĂźhren. Erst in den tiefer gelegenen Randregionen treten mehr und mehr FlieĂgewässer auf. Am unmittelbaren Rand des Flämings existieren schlieĂlich zahlreiche Quellregionen und Feuchtgebiete, die aber nur noch bedingt zum Fläming gerechnet werden.
Der Fläming wird von folgenden natĂźrlichen FlieĂen und Bächen zum Flusssystem der Havel und Spree entwässert (Reihenfolge von West nach Ost):
- Bache
- Gloine
- Buckau
- Plane (entspringt im Hohen Fläming und bildet nach wenigen Kilometern dessen Üstliche Begrenzung)
- Temnitz (langstreckiger linker Nebenarm der Plane)
- Bullenberger Bach (im Oberlauf Klein Briesener Bach)
- Temnitz (langstreckiger linker Nebenarm der Plane)
- Nieplitz (entspringt sĂźdlich von Treuenbrietzen)
- Nuthe (entspringt sĂźdwestlich von JĂźterbog)
- Dahme (entwässert den Ostrand des Flämings, entspringt aber auĂerhalb)
Direkt in die Elbe mßnden folgende Gewässer (Reihenfolge von West nach Ost):
- Ihle (verlässt den Hohen Fläming bei Burg)
- Ehle (verlässt den Hohen Fläming bei MÜckern)
- Anhalter Nuthe
- Rossel (MĂźndung bei RoĂlau)
- Zahna, Grenze zwischen Hohem und Niederem Fläming
- Schweinitzer FlieĂ (Ăźber die Schwarze Elster)
Einige der aufgezählten FlieĂgewässer haben kleinere ZuflĂźsse oder tragen lokal abweichende Bezeichnungen. Zusätzlich gibt es zahlreiche von Menschenhand angelegte Entwässerungsgräben.
Naturparks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit den Naturparks Hoher Fläming und Nuthe-Nieplitz in Brandenburg und Fläming in Sachsen-Anhalt haben derzeit drei GroĂschutzgebiete Anteil an dem HĂśhenzug. Die Naturparks enthalten wiederum eine Vielzahl besonders geschĂźtzter Gebiete. So sind von der Gesamtfläche des Naturparks Hoher Fläming Ăźber 90 % als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Naturpark Nuthe-Nieplitz und Kleiner Fläming
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Flächenanteil des Naturpark Nuthe-Nieplitz am Fläming ist sehr gering, denn er reicht lediglich mit seiner sĂźdlichsten Ecke zwischen Treuenbrietzen, Luckenwalde und JĂźterbog ein StĂźck in die Kulturlandschaft des HĂśhenzugs hinein. Bemerkenswert ist, dass eine Zeitlang das weit im Norden liegende Dreieck, das Nuthe und Nieplitz zwischen Stangenhagen/SchĂśnhagen und ihrem Zusammenfluss bei GrĂśben bilden, im Volksmund Kleiner Fläming hieĂ. Dabei bleibt unklar, wann und warum sich dieser Name fĂźr den Winkel, den Fontane später als ThĂźmenschen Winkel bezeichnete, eingebĂźrgert hatte.[6] Die von den beiden FlĂźssen und vom Baruther Urstromtal geprägte Niederungslandschaft entspricht eher nicht den flachwelligen mittelgebirgsähnlichen Merkmalen des Fläming. Allenfalls das naturbelassene Naturschutzgebiet Forst Zinna JĂźterbog-Keilberg auf einem 7200 Hektar umfassenden ehemaligen TruppenĂźbungsplatz, das eine der letzten aktiven FlugsanddĂźnen im deutschen Binnenland enthält, erinnert im Landschaftsbild an den HĂśhenzug.
Der GroĂteil des Europäischen Vogelschutzgebiets Nuthe-Nieplitz-Niederung besteht aus dem Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung innerhalb des Naturparks; ein weiterer kleinerer Teil umfasst das westliche Ufer des Rangsdorfer Sees.
Repräsentiert der 62.300 Hektar umfassende Naturpark Nuthe-Nieplitz die Landschaft der mittelbrandenburgischen Platten und Niederungen, sind die beiden anderen Parks charakteristisch fßr den HÜhenzug Fläming.
Naturpark Hoher Fläming (Brandenburg)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Naturpark Hoher Fläming umfasst auf einer Fläche von rund 82.700 Hektar zunächst das Kerngebiet des HĂśhenzugs um Bad Belzig. Die besonders geschĂźtzte Niederung Belziger Landschaftswiesen im Baruther Urstromtal liegt bereits auĂerhalb des HĂśhenzugs, am Nordhang des Fläming, zählt aber administrativ zum selben Naturpark.
Die Landschaftswiesen bilden ein in Brandenburg seltenes DurchstrĂśmungsmoor mit einem Netz naturnaher Bäche um das FläminghauptflieĂ Plane. Sie gehĂśren als SPA = Special Protection Area zum Europäischen Vogelschutzgebiet Unteres Rhinluch, Dreetzer See, Havelländisches Luch und Belziger Landschaftswiesen im Schutzgebietsystem Natura 2000. Neben rund 160 Vogelarten, darunter 110 WiesenbrĂźtern, bildet das Gebiet eines der letzten deutschen Refugien fĂźr die GroĂtrappe, deren Schutz und Entwicklung sich die Naturschutzstation Baitz besonders verschrieben hat.
Sind fĂźr den Niederen Fläming karge weitläufige Ackerlandschaften typisch, kennzeichnet den Hohen Fläming eine hĂźgelige und waldreiche Landschaft, der mit den FlĂźssen Plane und Buckau, mehreren Bächen und geschĂźtzten Quellgebieten wie dem Dippmannsdorfer Paradies mehrere Wasserläufe entspringen. Einige Gewässer, die den Naturpark durchflieĂen, sind in Teilbereichen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dazu zählen die NSG Verlorenwasserbach, Bullenberger Bach/Klein Briesener Bach und Planetal im Oberlauf des Flusses. Die Besonderheiten der Vegetation spiegeln unter anderem die NSG Werbiger Heide, Krahner Busch, Flämingbuchen oder mit einem Traubeneichen-Buchenwald das NSG Spring wider.
Naturpark Fläming (Sachsen-Anhalt)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das jĂźngste GroĂschutzgebiet ist der Naturpark Fläming in Sachsen-Anhalt, der am 19. Dezember 2005 zum Naturpark erklärt wurde. Die Vorbereitung lag bei dem 2003 gegrĂźndeten Naturpark Fläming e. V., zu dessen Trägern unter anderem die Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld zählen. Das 2006 erĂśffnete Naturparkzentrum liegt in Jeber-Bergfrieden, einem Dorf auf einem HĂśhenrĂźcken zwischen dem Tal der Rossel und sĂźdlichen Anhalter Nuthe im sĂźdwestlichen Hohen Fläming. Die Gesamtfläche des Parks beträgt 82.425 Hektar und entspricht damit fast exakt der Fläche des älteren Bruders Hoher Fläming. Er umfasst im Osten den Sachsen-Anhalter Teil des Niederen Fläming und schlieĂt im Norden auf der Landesgrenze an den Naturpark Hoher Fläming an. Die Städte Wittenberg, Coswig und Zerbst sind mit ihren historischen Stadtkernen in den Naturpark eingebunden.[7]
Damit geht auch dieser Naturpark Ăźber das geografische Gebiet Fläming hinaus, denn Wittenberg und Coswig liegen zwar am SĂźdrand des Fläming, sind jedoch zumindest mit ihren historischen Stadtkernen geografisch eher dem Elbauengebiet beziehungsweise dem Elbe-Urstromtal zuzuordnen. Bei Coswig grenzt der Park zudem an das Biosphärenreservat Mittlere Elbe, das sich entlang des Flusses von Wittenberg bis nach Gommern zieht und das Dessau-WĂśrlitzer Gartenreich mit dem UNESCO-Weltkulturerbe WĂśrlitzer Park umfasst. Mit der ErĂśffnung des Naturparks ist also ein riesiges Gebiet mit unterschiedlichen Schutzstufen entstanden, das von den Belziger Landschaftswiesen im Norden Ăźber den Hohen Fläming bis zur sĂźdlichen Elbaue reicht. Und schon wenige Kilometer sĂźdĂśstlich von Oranienbaum schlieĂt sich an das Biosphärenreservat mit der Heidelandschaft des Naturparks DĂźbener Heide ein weiteres Schutzgebiet an.
WĂślfe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rund fĂźnf Kilometer sĂźdwestlich von Dahme findet sich im Niederen Fläming bei dem Dorf Mehlsdorf ein Findling mit der Inschrift: Am 24. März 1961 wurde im Mehlsdorfer Busch 404 m von diesem Stein entfernt in Richtung SSW- ein Wolf erlegt. Der letzte freilebende Wolf (Canis lupus) im Fläming riss um Luckau, Dahme und JĂźterbog seit 1959 Schafe, biss einen Hund tot und zerfetzte ein Rind zur Hälfte. Die Spekulationen der beunruhigten und die Wälder meidenden BevĂślkerung Ăźber ein groĂes und gefräĂiges Tier bestätigten sich nach seiner Erlegung. Der Wolf wog 70 Kilogramm und maĂ von der Schnauze bis zur Schwanzspitze 1,85 Meter. Der vereinzelte Einwanderer (die letzten freilebenden Bestände waren bereits um 1850 in Deutschland verschwunden) kam aus der Hohen Tatra, ist präpariert und im Regionalmuseum in JĂźterbog ausgestellt.[8]
Inzwischen stehen die Chancen fßr eine dauerhafte natßrliche Rßckkehr des geschßtzten Tieres in den dßnnbesiedelten Fläming bei gleichzeitig besserer Akzeptanz seitens der BevÜlkerung nicht schlecht. 1993 gab das Land Brandenburg einen Managementplan fßr die Rßckkehr der WÜlfe in Auftrag. In der Muskauer Heide am Muskauer Faltenbogen, der den Fläming beziehungsweise den sßdlichen Landrßcken nach dem Lausitzer Grenzwall nach Osten fortsetzt, gibt es heute wieder mehrere heimische Rudel.[9]
Im FrĂźhjahr 2006 soll in der Nähe von Baitz ein Wolf aufgetaucht sein, wobei es sich nach einem Augenzeugen auch um einen groĂen verwilderten Hund gehandelt haben kĂśnnte. Im Mai 2006 bestätigte ein Jagdleiter, dass im Bereich um die Flemmingwiesen und den vorgelagerten Golmberg ein einzelnes Tier heimisch geworden sein kĂśnnte.[10]
Inzwischen gibt es im Fläming wieder mehrere Wolfsrudel, darunter eines im Truppenßbungsplatz Altengrabow, eines sßdlich von Sperenberg und eines nÜrdlich von Jßterbog.[11]
Politische und Siedlungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăberblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fast zu allen geschichtlichen Zeiten war der Fläming umstrittenes Grenzland. Zur Zeit der Deutschen Ostsiedlung bildete er lange den Grenzwall zwischen Deutschen und Slawen. AnschlieĂend stellte er den Brennpunkt im Interessengebiet zwischen der Mark Brandenburg, dem Erzbistum Magdeburg und Kursachsen dar. Die heutige Grenzziehung durch den Fläming besteht im Wesentlichen seit dem Wiener Kongress 1815.
Grenzbarriere zwischen Slawen und Deutschen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der ausklingenden Kaltzeit im Weichselspätglazial vor rund 11.500 Jahren bildeten ehemalige Jäger erste feste Wohnplätze im Fläming. Ausgrabungen in der Lutherstadt Wittenberg deuten auf eine Besiedlung des heutigen Stadtgebietes vor rund 10.000 Jahren hin. Ein GroĂstein-HĂźnengrab aus der Steinzeit, etwa einen Kilometer sĂźdĂśstlich des heutigen KĂśrbelitz gelegen, beweist, dass die Gegend bereits vor 6.000 Jahren bewohnt war. Bodenfunde bei JĂźterbog belegen um 4000 v. Chr. die Ansiedlung von Linienbandkeramikern in der Nuthe-Niederung. Im 3. Jahrtausend v. Chr. formten sich Kulturen mit Ackerbau und Viehzucht, die handgefertigte Keramiken und Vorratsspeicher benutzten. Am Platz der Burg Eisenhardt, einem Bergsporn Ăźber der damals sumpfigen Niederung des Belziger Bachs, bestand in der Bronzezeit eine Siedlung. In dieser Zeit, etwa zwischen 1700 und 700 v. Chr., erreichten die Germanen, die im Fläming dem Stamm der Semnonen (Teilstamm der Sueben) angehĂśrten, eine erste flächendeckende Besiedlung des HĂśhenzugs.

Im Zuge der VĂślkerwanderung verlieĂen im 4./5. Jahrhundert n. Chr. groĂe Teile der germanischen Stämme den Fläming und wanderten Richtung Oberrhein nach Schwaben. Ab dem 7. Jahrhundert strĂśmten westslawische Stämme in die Lausitz und wenig später in den Fläming. Ehemalige Wallburgen wie in Loburg aus dem 8. Jahrhundert oder Orts- und Flurnamen, die auf das Slawische zurĂźckgehen, zeugen von dieser Zeit. Im 10. und 11. Jahrhundert gab es mehrere Versuche, die im Fläming ansässigen Heveller unter deutsche Herrschaft zu bringen, die jeweils nur kurzzeitig Erfolg hatten und immer wieder, wie beispielsweise am groĂen mecklenburgisch-brandenburgischen Slawenaufstand von 983, scheiterten. Bis Mitte des 12. Jahrhunderts blieb der Fläming die Grenzbarriere zwischen Deutschen und Slawen. Die slawische Periode endete mit der GrĂźndung der Mark Brandenburg 1157 nach dem Sieg des Askaniers Albrecht der Bär Ăźber den SlawenfĂźrsten Jaxa von KĂśpenick.
Einige sĂźdwestliche Landstriche im Fläming hatten die Deutschen bereits vor der GrĂźndung der Mark besiedelt. So stand wahrscheinlich die wendische Siedlung âMokrianiciâ (= feuchter Ort), das heutige MĂśckern, schon zum Ende des 9. Jahrhunderts unter deutschem Einfluss. Sicher ist, dass der Ort an dem damals ausgedehnten Sumpfgebiet der Ehle Mitte des 10. Jahrhunderts eine deutsche Burgwardei war. Diese Zeit gilt als erste Phase der ostelbischen Herrschaftserrichtung deutscher Feudalherren auf altsorbischem Siedlungsgebiet.
Namensgebung â deutsche Besiedlung und Flamen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dass der Fläming den Namen nach den flämischen Siedlern erhielt, kann heute als gesichert gelten. Allerdings erhielt er den Namen nicht von den Flamen, und er heiĂt auch keineswegs seit Jahrhunderten Fläming, vielmehr hat sich der Name erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts fĂźr den gesamten heutigen Fläming eingebĂźrgert. Im Mittelalter trug der HĂśhenzug in weiten Teilen die Bezeichnung Sächsischer Grenzwall, während der Begriff âFlämingâ um 1500 auf den JĂźterboger Raum und westliche Bereiche um Burg und Loburg beschränkt war. Geografische Schriften und Karten trugen dazu bei, dass der Name sich von dort schrittweise auf immer grĂśĂere Gebiete ausdehnte.
Zur Zeit der slawischen Besiedlung hieĂ der Fläming, zumindest im Teil um den heutigen Hagelberg, Chabua. In einem schriftlichen Vermerk aus dem Jahr 1009 findet sich die Wendung cum ⌠Chabua montibus, also Chabua-Berge. FĂźr Reinhard E. Fischer ist der Name âaus dem slawischen Chabov [âŚÂ abzuleiten und âŚ] bezeichnet Berge, die mit GestrĂźpp bewachsen sind, vgl. polnisch chabie âGestrĂźppâ, chabina âRuteâ.â[12] Das ihnen fremde Wort chabua stellten die Siedler aus dem deutschsprachigen und flämischen Raum zum ähnlich klingenden Vogelnamen Habicht (mittelniederdeutsch havek) und später zu Hagel um.
Schon kurz nachdem Albrecht der Bär 1157 die Mark Brandenburg gegrĂźndet hatte, riefen er und der Magdeburger Erzbischof Wichmann von Seeburg in groĂem Umfang Siedler in die neue Mark. So erhielt JĂźterbog 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. In dieser Urkunde wird JĂźterbog als Mittelpunkt der provincia Iutterbogk (Land JĂźterbog) bezeichnet, als ihr âUrsprung und Hauptortâ (exordium et caput). Diese JĂźterboger Urkunde gilt als vorbildgebendes âLandesausbauprogrammâ (âad edificandem provinciam Iutterbogkâ).[13]
Albrecht der Bär hatte bereits vor 1157 Gebiete Üstlich der Oder bis in den Fläming hinein erwerben kÜnnen, bis sein Herrschaftsgebiet an die Zauche grenzte, die sein Sohn Otto als Patengeschenk des Hevellerfßrsten Pribislaw-Heinrich erhalten hatte.[14] Die SÜhne und Enkel Albrechts setzten als Markgrafen die geschickte Siedlungspolitik zur Stabilisierung der jungen Mark und zum Landesausbau fort. Die Besiedlung des Fläming vollzog sich in mehreren Schßben, wobei im westlichen Teil und im Jßterboger Raum das Erzbistum Magdeburg die treibende Kraft war und bereits vor 1157 mit der Einwerbung von Siedlern begonnen hatte, während im sßdÜstlichen Teil die Askanier aktiv waren.
Der Erzbischof Adalgod von Osterburg hatte um 1107 festgestellt: âDie Heiden hier sind Ăźbel, ihr Land aber hĂśchst ergiebig an Fleisch, an Honig, an Mehl ⌠an VĂśgeln. Und wenn es sorgfältig bebaut wird, wird ein solcher Ăberfluss an allem Wachstum aus der Erde sein, dass kein Land mit ihm verglichen werden kann. Das sagen, die es kennen. Deswegen, ihr Sachsen, Franken, Lothringer, ihr ruhmvollen Flandrer, Bezwinger der Welt, hier kĂśnnt ihr Eure Seelen erretten und â wenn ihr wollt â das beste Land zum Siedeln bekommen.â[15]
Rund 400.000 Menschen strĂśmten im 12. und 13. Jahrhundert nach Osten. Die Siedler kamen insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern und den Rheingebieten in das Land. Der Zuzug fĂźhrte sehr wahrscheinlich Ăźber Magdeburg zuerst in die Loburger und Leitzkauer Region, von dort nach Wittenberg, weiter nach JĂźterbog und in der letzten Phase nach Bad Belzig. Eine wichtige Rolle spielten die Flamen, die nach verheerenden Sturmfluten im eigenen Land gerne neue Siedlungsgebiete annahmen und mit ihrer Erfahrung im Deichbau zu den Eindeichungen von Elbe und Havel beitrugen, die in den 1160er Jahren in Angriff genommen wurden. Viele Flamen lieĂen sich im heutigen Fläming nieder und gaben ihm somit (später und indirekt) den Namen. Bis zur Gegenwart erhielt sich die Fläming-Tracht, die auch heute noch vereinzelt zu Festtagen angelegt wird. Sie ist eine von zwei lebenden Volkstrachten in der Mark Brandenburg. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst auch Teile des sĂźdlichen Fläming in Sachsen-Anhalt.
Nicht ganz gesichert, aber sehr wahrscheinlich, lehnen sich Ortsnamen wie BrĂźck â BrĂźgge oder Euper[16] â Ypern an flämische Städte an. Die Verbindung vom Fläming nach Flandern wird auch heute wachgehalten. Im Jahr 2005 beispielsweise fand in Wittenberg eine Ausstellung Von Flandern in die Mark â Die Besiedlung des Flämings im Mittelalter mit einer Festveranstaltung des deutsch-belgischen Vereins Fläming-Flandern zur ErĂśffnung statt. Ein Jahr zuvor hatte es in Antwerpen unter dem verbindenden Titel Oude en nieuwe bruggen â alte und neue BrĂźcken eine Ausstellung zum gleichen Thema gegeben.[17]
Zankapfel zwischen Sachsen und Brandenburg bis 1815
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ZugehĂśrigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwar hatten der Magdeburger Erzbischof Wichmann und Albrecht der Bär 1157 gemeinsam gegen die Slawen und noch 1166 gemeinsam gegen den Sachsen Heinrich den LÜwen gekämpft, dennoch entwickelte sich sehr bald eine Konkurrenz der Askanier in der jungen Mark zum Erzbistum Magdeburg. In dieser Konkurrenz liegt eine der Ursachen fßr die jahrhundertelangen Auseinandersetzungen um Teile des Fläming.
Kloster Zinna â frĂźhe Betonung des Magdeburger Machtanspruchs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Deutliche Verstimmungen zwischen Magdeburg und den Askaniern gab es bereits in den 1160er Jahren. Ausgangspunkt kann das Jahr 1160 gewesen sein, in dem laut Partenheimer den anderen deutschen FĂźrstentĂźmern und BistĂźmern vermutlich erstmals bewusst wurde, dass die Askanier im Osten dabei waren, âmit der Mark Brandenburg ein neues, vom Reich weitgehend unabhängiges FĂźrstentum zu etablierenâ.[18] So wird die Klosterstiftung Zinna bei JĂźterbog durch Wichmann 1170, im Todesjahr Albrecht des Bären, in strategischer Hinsicht als erstes sichtbares Zeichen gegen die Territorialbestrebungen der Askanier gewertet.[19] Das flämische JĂźterbog, das bereits 1174 als zweitältester Ort des heutigen Brandenburg Ăźberhaupt das Stadtrecht erhielt, hatte Albrecht dem Bistum Magdeburg zusammen mit Buckau und GĂśrzke als Dank fĂźr die Waffenhilfe 1157 Ăźberlassen. Die 1180, 10 Jahre nach Zinna folgende Stiftung des Klosters Lehnin in der märkischen Zauche durch Albrechts Sohn, den Markgrafen Otto I., ist machtpolitisch wiederum als Reaktion auf Zinna zu interpretieren.
Kurkreis und Grenzverlauf durch den Fläming
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(FĂźrstentum Querfurt ab 1746 beim Kurkreis)
Der westliche Teil des Fläming mit Wittenberg und Belzig blieb bis 1422 in der Hand der Askanier. Dabei Ăźbten sie zwischen 1190 und 1298 Ăźber die ausgedehnte Belziger Herrschaft der Grafen Baderich, die rund 200 DĂśrfer umfasste, die Lehnshoheit aus, bevor ihnen auch dieses Gebiet als erledigtes Lehen zufiel. Bernhard, der jĂźngste Sohn Albrecht des Bären, wurde nach der Ăchtung Heinrich des LĂśwen durch Kaiser Barbarossa Herzog von Sachsen. Bei seinem Tod 1212 ging ein Teil seines Erbes als Herzogtum Sachsen-Wittenberg an Albrecht I.
Nach dem Aussterben des Wittenberger askanischen Zweiges 1422 ging das Gebiet an die Wettiner und 1485 an deren Nebenlinie Ernestiner mit Sitz in Wittenberg. Mitte des 16. Jahrhunderts formte sich unter dem Albertiner Moritz von Sachsen der Kurkreis (Kursachsen) mit der Hauptstadt Wittenberg, der bis 1815 bestand und Belzig, BrĂźck, Niemegk, Baruth und später auch JĂźterbog umfasste. Das fĂźr Jahrhunderte stiftsmagdeburgische JĂźterbog, das sich im Niederen Fläming nach Osten bis zur Stadt Dahme erstreckte, bildete im 12. Jahrhundert eine Exklave zwischen den beiden askanischen Besitzungen Mark Brandenburg und Herzogtum Sachsen-Wittenberg. Erst 1635 im DreiĂigjährigen Krieg kam auch dieses Gebiet als Amt JĂźterbog zum sächsischen Kurkreis (mit einem Zwischenspiel von 1656 bis 1746 als Teil des Herzogtums Querfurt der Linie Sachsen-WeiĂenfels).
Die kursächsische Grenze verlief ähnlich wie schon im Herzogtum Sachsen-Wittenberg von der Elbe zwischen Wittenberg und Coswig nach Norden, wandte sich im Hohen Fläming ungefähr bei Jeserig nach Nordwesten, bog bei Reppinichen nach Nordosten und fßhrte teils entlang des Klein Briesener Bachs/Bullenberger Bachs bis zur Temnitz am Golzower Busch, verlief von dort nach Osten quer durch die Belziger Landschaftswiesen, beschrieb den auf Landkarten markanten Nordbogen um Brßck herum und fßhrte in einer ziemlich geraden Sßdlinie vorbei am brandenburgischen Treuenbrietzen. Danach wandte sich die Grenze nach Osten zum Niederen Fläming und umschloss das Baruther Gebiet, eingeschnitten allerdings durch ein brandenburgisches Dreieck mit Luckenwalde und auch dem Kloster Zinna, das bereits seit 1285 durch Kauf zu Luckenwalde gehÜrte. Hinzu kam als Exklave der kleine Landstrich (Kleiner Fläming) mit Stangenhagen und Blankensee unweit Trebbins.
Mit der Neuordnung des nachnapoleonischen Europas nach der VĂślkerschlacht bei Leipzig auf dem Wiener Kongress 1814/1815 fielen der zentrale Teil des Hohen Flämings mit dem ausgedehnten Amt Belzig und im Osten JĂźterbog an die Provinz Brandenburg, während der grĂśĂte Teil des Amtes Wittenberg und die weiteren Ămter des Kurkreises an die Provinz Sachsen gingen, die weitgehend dem heutigen Sachsen-Anhalt entspricht. Seither teilt die Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg, grob umrissen, den Fläming in etwa mittig in Längsrichtung.
An einigen Stellen im heutigen brandenburgischen Flämingteil, beispielsweise am Briesener Bach und im Golzower Busch, erinnern alte kursächsische Grenzsteine an die sächsische Vergangenheit. Zudem enthält das Wappen Bad Belzigs noch heute den kursächsischen Schild. Kursächsische Postmeilensäulen in Bad Belzig, BrĂźck und Niemegk bilden weitere beredte steinerne Zeugen einer Zeit, in der sich die Bauern zu beiden Seiten der Grenze auch in Friedenszeiten einige feindselige ScharmĂźtzel lieferten. DiebstahlsvorwĂźrfe aus der Zauche an die flämischen âStoppelsachsenâ jenseits der Belziger Landschaftswiesen waren eine Zeit lang an der Tagesordnung, âwas die sächsischen Bauern allerdings nicht hinderte, den preuĂischen DĂśrflern jenes Holz zu verkaufen, dass sie selber in den staatlichen Flämingforsten gestohlen hatten.â[20]
Nach dem Wiener Kongress und nach ihrer Eingliederung nach PreuĂen wehrten sich viele ehemals sächsische Fläminger noch einige Zeit als NeupreuĂen oder MusspreuĂen mit passivem Widerstand gegen die unwillkommene neue Heimat, indem sie beispielsweise kein preuĂisches Geld akzeptierten. Einige hofften auf eine RĂźckkehr Napoleons, auf dass er erneut den Kampf gegen den ungeliebten âschwarzen preuĂischen Vogelâ aufnähme, wie damals kursierende Flugblätter in der Exklave Kleiner Fläming (Blankensee, Stangenhagen) verdeutlichen:
Warte, schwarzer Vogel, warte, bald kommt wieder Bonaparte.
Was Du hast gestohlen, wird er uns dann wiederholen.[21]
Schlachten bei MĂśckern, Hagelberg und Dennewitz 1813
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mehrere vorentscheidende Gefechte zur VĂślkerschlacht bei Leipzig, die das Ende des napoleonischen Europas einleiten sollte, hatten im Fläming stattgefunden. Am 5. April 1813 kam es im Jerichower Land zum Gefecht bei MĂśckern zwischen den verbĂźndeten preuĂisch-russischen Truppen und der franzĂśsischen Armee, das mit einer Niederlage fĂźr die Franzosen endete und den erfolgreichen Auftakt des Befreiungskrieges gegen Napoleon bildete.
Nachdem die napoleonisch-sächsischen Truppen am 23. August 1813 in der Schlacht bei GroĂbeeren am Vordringen nach Berlin gehindert worden waren, rĂźckten von Magdeburg franzĂśsische Truppen zur UnterstĂźtzung der geschlagenen Hauptverbände heran und machten am Hagelberg Quartier, wo sie am 27. August 1813 eher zufällig von preuĂischen Verbänden entdeckt und in der Schlacht bei Hagelberg aufgerieben wurden. Zwei Denkmäler und verschiedene Informationstafeln erinnern an dieses Gefecht auf der FläminghĂśhe, das auch als Kolbenschlacht oder Landwehrschlacht in die Geschichte einging. Denn insbesondere die neugeschaffene Landwehr war, unterstĂźtzt von regulären preuĂischen Verbänden und russischen Kosaken, fĂźr die Vernichtung des franzĂśsischen Korps von 10.000 Ăźberwiegend sächsischen Soldaten bis auf 3000 Mann verantwortlich.
Eine noch deutlichere Schwächung erfuhren die napoleonischen Verbände nur wenig später in der Schlacht bei Dennewitz am 6. September 1813. Im Ăbergangsbereich des Hohen zum Niederen Fläming stieĂen sĂźdwestlich von JĂźterbog bei Dennewitz und NiedergĂśrsdorf preuĂische Truppen (40.000 Mann) unter Friedrich Wilhelm Freiherr von BĂźlow und Bogislav Graf von Tauentzien auf die franzĂśsisch/sächsische Armee (70.000 Mann). Trotz der gegnerischen Ăbermacht entschieden die PreuĂen die Schlacht fĂźr sich und auch hier erinnern verschiedene Denkmäler und Hinweistafeln an das historische Geschehen. Der Obelisk, den Karl Friedrich Schinkel beisteuerte, ähnelt der gusseisernen Spitze des Nationaldenkmals, das nach seinen Plänen erbaut und am 30. März 1821 zum Gedenken an die Befreiungskriege und Waterloo (Belle Alliance) auf dem Berliner Kreuzberg enthĂźllt worden war.
Ăberdurchschnittlich viele WĂźstungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Viele DĂśrfer, die im Zuge des Landesausbaus entstanden waren, existieren heute nicht mehr. Der Fläming weist eine auĂerordentlich hohe WĂźstungsdichte[22] auf, die entgegen vielen Darstellungen weniger in kriegerischen Auseinandersetzungen als vielmehr in wirtschaftlichen Faktoren begrĂźndet liegt. Allein im Bereich um Bad Belzig listet Reinhard E. Fischer rund 75 WĂźstungen auf. Davon lagen rund 25 spätestens 1387, teilweise vermutlich weit frĂźher, wĂźst. Weitere 25 DĂśrfer sind 1420/29 als wĂźst verzeichnet, die zum Teil 1387 noch existent waren, zum Teil aber erstmals gelistet wurden und damit auch weit frĂźher verschwunden sein kĂśnnen. Weitere 20 DĂśrfer fielen spätestens in der anschlieĂenden Periode bis 1487 wĂźst. Die Jahreszahlen bezeichnen Nennungen in historischen Quellen und keine geschichtlichen Ereignisse.[23]
Die frĂźhen WĂźstungen vor oder weit vor 1387 sind unter anderem darauf zurĂźckzufĂźhren, dass viele Siedler slawische Standorte Ăźbernommen hatten, die sich unter den deutschen Wirtschaftsformen als ungeeignet erwiesen. Ein weiterer Grund lag in den Trockenlegungen und Rodungen der Urstromtäler und Flussniederungen, die es zunehmend erlaubten, Felder und DĂśrfer von den kargen Hochflächen in die fruchtbareren Täler zu verlegen. Da sich die MeliorationsmaĂnahmen Ăźber Jahrhunderte (im Baruther Urstromtal bis zur DDR-Zeit) hinzogen, waren sie auch in den folgenden Perioden ursächlich fĂźr WĂźstungsprozesse.
Die WĂźstungen vor 1429 werden vielfach mit dem Hussiteneinfall oder mit ZerstĂśrungen der Raubritter von Quitzow in Verbindung gebracht. Zumindest hinsichtlich der WĂźstung Dangelsdorf in der Nonnenheide und ihrer Kirchenruine aus dem 14. Jahrhundert sehen die Experten fĂźr mittelalterliche Feldsteinkirchen im Fläming, Engeser und Stehr, eine sehr viel wahrscheinlichere Ursache in der groĂen Pest-Pandemie zwischen 1347 und 1353, die als Schwarzer Tod in die Geschichte einging, oder im Magdalenenhochwasser des Jahres 1342, als aus allen deutschen Gebieten Ăberschwemmungen nie gekannten AusmaĂes gemeldet wurden.[24] In der WĂźstung Schleesen nĂśrdlich von Stackelitz besteht eine sehr ähnliche, weniger gut erhaltene Kirchenruine aus dem 12. Jahrhundert. In dieser WĂźstung blieben zudem der alte Dorfbrunnen und der Dorfteich erhalten.
Die genannten Daten verdeutlichen, dass der DreiĂigjährige Krieg fĂźr die WĂźstungsprozesse eine vergleichsweise geringe Rolle spielte. Zwar wurden der Fläming von den Gräueln dieses Krieges hart getroffen und viele DĂśrfer zerstĂśrt, die meisten jedoch konnten im Anschluss wieder aufgebaut werden. Auch unter der oben genannten Zahl von 75 wĂźsten DĂśrfern fĂźr den Raum Bad Belzig befinden sich einige, die, teils nach Jahrhunderten, unter gleichem Namen wiedererstanden und noch heute bestehen. Manche Siedlungen fielen zweimal wĂźst, wie beispielsweise der heutige Ortsteil von Wiesenburg Reppinichen. Bei seiner Ersterwähnung 1418/1420 lag der Ort bereits brach, wurde ab 1571 neu aufgebaut und fiel im DreiĂigjährigen Krieg erneut fĂźr längere Zeit wĂźst.[23]
Der Fläming im Nationalsozialismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die nationalsozialistische Ideologie fiel im Fläming, der nach der Weltwirtschaftskrise von hoher Arbeitslosigkeit betroffen war, auf fruchtbaren Boden. Von den Nazis betriebene MaĂnahmen wie der Bau der Autobahn MĂźnchen-Berlin und RĂźstungsbetriebe in Wittenberg und Treuenbrietzen schufen Arbeitsplätze und erhĂśhten die Zustimmung zur NSDAP. In der Reichspogromnacht kam es auch in Belzig und Wittenberg zu Ausschreitungen und zur Demolierung jĂźdischer Geschäfte. Eine 1934 bei Belzig errichtete Munitionsfabrik, der Roederhof, wurde 1942 um ein Zwangsarbeiterlager und 1943 um ein AuĂenlager des Frauen-KZ RavensbrĂźck ergänzt. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs gehĂśrte der Fläming zum umkämpften Gebiet. Dabei blieb Belzig von einer ZerstĂśrung verschont, da sich besonnene BĂźrger durchsetzen konnten und die Stadt kampflos Ăźbergaben.[25]
KulturgĂźter und Kulturgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben den in diesem Kapitel beschriebenen Stadt- und Dorfkernen, Burgen, SchlÜssern und Feldsteinkirchen gehÜren auch Mßhlen oder Glashßtten zu den bedeutenden Kulturgßtern des Flämings. Diese und weitere technische Denkmäler sind im Kapitel Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte angefßhrt.
Land der Reformation
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Die weltberĂźhmten Reformationsstätten im sĂźdlich benachbarten Wittenberg, das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadt- und Schlosskirche sind als Luthergedenkstätten seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Doch nicht nur die Wirkungsstätten Martin Luthers und Philipp Melanchthons weisen den Fläming als frĂźhen Schauplatz der Reformation aus. Orte der Entwicklungen waren beispielsweise auch JĂźterbog im Kanzelkrieg und bei den JĂźterboger Religionsgesprächen oder der Golmberg. Beim Ăberfall in der Golmheide soll Hans von Hake, der im Schloss zu StĂźlpe saĂ, dem päpstlichen Ablasshändler Johann Tetzel seine Geldkassette (Tetzelkasten) mit der hĂśhnischen Bemerkung entrissen haben, schlieĂlich habe er sich zuvor mit einem Ablassbrief von dieser Untat freigekauft. Wenn dieses Ereignis auch sehr wahrscheinlich in das Reich der Legende gehĂśrt, da Hans von Hake erst 1537 das Schloss StĂźlpe kaufte, erinnert noch heute die Tetzeleiche an diese oft erzählte und auch von Fontane und Willibald Alexis wiedergegebene Geschichte.
Tetzels JĂźterboger Satz Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele vom Fegefeuer in den Himmel springt beantwortete Luther 1517 mit den 95 Thesen, die Tetzel anschlieĂend in JĂźterbog Ăśffentlich verbrannte. Im âKanzelkriegâ von 1519 bekam Franz GĂźnther, der erste Theologe, der unter Luther promoviert hatte, in JĂźterbog Redeverbot und wurde durch Thomas MĂźntzer ersetzt, den die JĂźterboger Franziskaner in einer Anzeige beim Brandenburger Bischof erstmals in der deutschen Sprache als âLutheranerâ bezeichneten. 1547 plĂźnderten Spanische Soldaten im Rahmen des Schmalkaldischen Krieges DĂśrfer im Niederen Fläming aus. Ein Jahr später fanden die JĂźterboger Religionsgespräche unter Teilnahme Philipp Melanchthons statt. Im Folgejahr berieten Moritz von Sachsen, Joachim II. von Brandenburg, Georg III. von Anhalt, Melanchthon, Agricola und andere an gleicher Stelle, was mit gutem Gewissen den Papisten kĂśnne nachgegeben werden, um Beschwerung zu vermeiden.
Neben Luther und Melanchthon waren viele weitere bedeutende KĂśpfe aus der Region an der Erneuerungsbewegung des Christentums beteiligt. Der Politiker und sächsische Kanzler Gregor BrĂźck beispielsweise, der sogenannte Reformationskanzler, begleitete die Wittenberger Bewegung von 1521, die als Ausgangspunkt zur Ausbreitung der Reformation gilt und wurde zu einem der engsten Berater Luthers und Melanchthons. Der in Dahme gebĂźrtige Theologe Georg Buchholzer unterstĂźtzte den KurfĂźrsten Joachim II. bei der DurchfĂźhrung der Reformation in Brandenburg. Zudem wirkte er 1540 bei der Ausarbeitung der Brandenburgischen Kirchenordnung mit. Ein weiterer bedeutender Gelehrter war der 1499 in Ziesar am Flämingrand geborene Johannes Aepinus, Ăźber den Valentin Ernst LĂśscher 1719 urteilte: Ein groĂer Mann zu seiner Zeit, und einer von den besten und treuesten Werkzeugen der Reformation.
Neben den Zeugnissen in der Lutherstadt Wittenberg erinnern Tetzelkästen in Jßterbog und Dahme an die Zeit. In Bad Belzig befindet sich ßber dem Turmportal ein Stein, der auf eine Predigt Luthers im Jahr 1530 hinweist. Auch die Stadt Zerbst, die erste reformierte Stadt nach Wittenberg, besuchte Luther mehrfach. Unter der Lutherlinde vor der Treuenbrietzener Marienkirche soll Luther angeblich gepredigt haben, als ihm die Kirche verschlossen blieb.
Die nebenstehenden Porträts von BrĂźck, Melanchthon und Luther zeichnete sämtlich der Maler Lucas Cranach der Ăltere, der gleichfalls zur Reformationszeit in Wittenberg lebte und Luther und Melanchthon freundschaftlich verbunden war. In seiner Druckerei im Cranachhof hatte er unter anderem die 95 Thesen, den ersten Teil der Lutherbibel, Luthers Tischreden und zahlreiche Holzschnitte gedruckt.
Die in Wittenberg versammelten Erneuerer des Christentums blieben bei allem neuen Denken in vielen Fragen dem Geist des 16. Jahrhunderts verhaftet und gingen nicht so weit, beispielsweise die jahrhundertealten antijudaistischen Vorurteile abzulegen oder den Druck der Wittenberger Judensau zu verhindern. Ganz im Gegenteil griff Luther den Begriff auf und verhÜhnte in seiner Schmähschrift von 1546 die rabbinische Schriftexegese und den jßdischen Glauben. Luthers Judenfeindlichkeit gipfelte in antijudaistischen Pamphleten und Sätzen wie Wenn ich kÜnnte, wo wßrde ich ihn [den Juden] niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren.[26] Und wenn sich Luther auch nicht selbst als Hexenjäger betätigte, so glaubte er ebenso wie Johannes Calvin an die MÜglichkeit des Teufelspaktes oder die Teufelsbuhlschaft und befßrwortete die Todesstrafe fßr vermeintliche Schadenszauberei.
Gebaute Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Städte und DÜrfer
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- siehe auch Hauptartikel Lutherstadt Wittenberg â Kultur- und SehenswĂźrdigkeiten
Sßdlich des Flämings liegt die Mittelstadt Wittenberg mit rund 48.000 Einwohnern und zahlreichen Erinnerungsorten zur Reformation.
Im Fläming selber gibt es nur Kleinstädte. Die grĂśĂte davon ist die ehemalige Universitäts- und Residenzstadt Zerbst mit 16.000 Einwohnern. JĂźterbog hat 13.000 Einwohner, Bad Belzig rund 12.000. Nach Bad Belzig folgen Treuenbrietzen mit 9000, MĂśckern mit 7000, Dahme mit 6000 und Baruth mit 5000 Einwohnern. Landstädte wie Niemegk, Ziesar und Zahna verfĂźgen Ăźber rund 3000 und Loburg Ăźber 2000 Bewohner. Der Fläming ist Ăźberaus siedlungsarm. Grimme, eine der am dĂźnnsten besiedelten Gemeinden in Deutschland, liegt im Fläming. Hier kommen 176 Einwohner auf 28,77 km², was einer BevĂślkerungsdichte von 5,31 Einwohnern/km² entspricht.
Historische Stadtkerne wie in Bad Belzig, Dahme, Jßterbog, Treuenbrietzen, Zerbst, Zahna und Wittenberg, barocke Siedlungsviertel wie in Kloster Zinna und typische märkische Kleinstädte, AngerdÜrfer, Rundlinge, Dreiseit- und VierseithÜfe prägen die urbane und ländliche Wohnkultur des Landstrichs. Hohe Stadtmauern, trutzige Stadttore und schmucke Rathäuser oder Amtshäuser wie in Seyda, Niemegk und vor allem Dahme bilden steinerne Zeugen der Kulturgeschichte.

Dorfkirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Typische Bauten fĂźr den Fläming und seine Randgebiete sind die spätromanischen Feldsteinkirchen, die zu einem groĂen Teil aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammen, also auf die frĂźhe Siedlungsperiode und den Landesausbau zurĂźckgehen. Das Baumaterial lieferte die kaltzeitlich geprägte Landschaft durch die auf den Feldern liegenden Feldsteine. Die Feldsteine wurden in Abstimmung mit den Feldarbeitern von den Ăckern mit Wagen zur Baustelle, der Dorfkirche, gebracht und dort mehr oder weniger sorgfältig behauen (gequadert). Die Steinmetzkosten stellten den grĂśĂten Kostenfaktor dar. Die Fahrten der Wagen fielen im Rahmen der Ackerbestellung ohnehin an. Die Gruboer Kirche bei Wiesenburg, die nicht zu den grĂśĂten Bauten zählt, besteht aus 7800 Steinen.[27] Die Grundrissform reichte von der einteiligen rechteckigen Saalkirche wie im NiedergĂśrsdorfer Ortsteil Dalichow bis zum vierfach gestaffelten Grundriss mit dem Schiff, einem Turm in Form eines schiffsbreiten querrechteckigen âQuerriegelsâ, dem Chor und der Apsis, wie z. B. in den Planetaler Ortsteilen Dahnsdorf und MĂśrz. Die Art und AusfĂźhrung der Bauten hing von der HĂśhe des Ernteertrags der DĂśrfer ab. Besonders schĂśne und beeindruckende Beispiele bieten die Bauten in den DĂśrfern und heutigen Belziger Ortsteilen Borne, LĂźbnitz und Kuhlowitz sowie im Wiesenburger Ortsteil Grubo. In Leetza zwischen Zahna und Seyda steht eine denkmalgeschĂźtzte Kirche aus einfacher Halle mit Turm aus dem 12. Jahrhundert. Zu den ältesten Gotteshäusern zählt ferner die Feldsteinkirche in Seehausen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Hinzu kommen im flämischen Teil von Sachsen-Anhalt auch einige Kirchen aus Bruchsteinen, wie beispielsweise die Kirche in Wallwitz an der Ehle, die in die gleiche Entstehungsperiode fallen und die gleiche Baustruktur aufweisen. Neben den Dorfkirchen aus Feld- und Bruchstein gibt es weitere architektonische Kostbarkeiten wie die gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert in Jßterbog, die Klosterkirche Zinna, die Gotteshäuser in Bad Belzig, Wittenberg und Zerbst, die Kirchen St. Laurentius und Unser Lieben Frauen in Loburg oder auch das Stift zum Heiligen Geist in Zahna.
Auch die im Kapitel ßber die Wßstungsprozesse bereits erwähnte und abgebildete Kirchenruine in Dangelsdorf besteht aus Feldsteinen, die mit ihren Resten im Originalzustand wertvolle Anhaltspunkte zu den frßhen Kirchenkonstruktionen in der Mark Brandenburg liefert, da viele Bauten nachträglich umgebaut oder erweitert wurden. In der einschlägigen Literatur findet sich daher gelegentlich der vergleichende Kirchenbegriff Typ Dangelsdorf, wie beispielsweise bei der zeitlichen Einordnung der GÜmnigker Kirche.
Burgen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Burgen Eisenhardt, Rabenstein und Schloss Wiesenburg liegen nur wenige Kilometer voneinander getrennt und gaben dem zentralen Fläming den Namen Drei-Burgen-Land. Die Burg der âPerle des Hohen Flämingsâ, Wiesenburg, wurde 1730 zu einem prunkvollen Schloss umgebaut, das mit dem landschaftsgeschĂźtzten Schlossgarten zu den meistbesuchten Flämingstätten zählt. Am Torhaus und am Bergfried lässt sich die ehemalige Burg gut erkennen. Die Belziger Burg Eisenhardt, als typische Spornburg auf einem Bergsporn gelegen, geht in ihrer heutigen Form auf die Jahre 1423/1425 zurĂźck und beherrschte im Mittelalter die HandelsstraĂe Wittenberg-Belzig. Auch die umfassend restaurierte mittelalterliche Burganlage Rabenstein auf dem 153 Meter hohen Steilen Hagen bei Raben spielte im Grenzland Sachsen-Brandenburg eine wichtige strategische Rolle.

Neben diesen drei zentralen wachten weitere Burgen Ăźber das Land. Erhalten blieben beispielsweise die Bischofsresidenz Burg Ziesar am nordwestlichen Flämingrand, die Wasserburg RoĂlau in der Elbaue oder die Burg Lindau oberhalb der Anhalter Nuthe. Eine weitere Burg befand sich in MĂśckern, deren Bergfried aus Feldsteinen heute zum Schloss MĂśckern gehĂśrt. An der Gestaltung des Schlossparks nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten war der Gartenarchitekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff beteiligt. In Loburg lag bereits im 8. Jahrhundert eine slawische Wallburg, die im 10. Jahrhundert zu einer deutschen Grenzburg umgewandelt und bereits 983 während des Slawenaufstandes wieder zerstĂśrt wurde. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtete der Burggraf von Lubborch eine neue Burg in der Kleinstadt im Westfläming, von der heute noch der Burgward steht. Die Loburg sicherte die beiden Heer- und HandelsstraĂen, die aus Richtung Burg und Brandenburg nahe der Veste am Oberlauf der Ehle zusammenliefen und weiter nach Zerbst fĂźhrten.
Von dem ehemaligen Castrum et opidum Grabow im Jerichower Land, das bereits 946 urkundlich aufgefĂźhrt ist, finden sich nur noch Ruinenreste am Herrenhaus. Der Name des Ortes Hundeluft im Tal der Rossel geht sehr wahrscheinlich darauf zurĂźck, dass die Herren einer 1280 erstmals erwähnten späteren Raubritterburg hier ihren Hunden Auslauf gewährten â aus âHundelaufâ wurde âHundeluftâ. In Zahna, einer der ältesten Fläming-Städte, lag ein weiterer slawischer Burgwall, der einer â gleichfalls nicht erhaltenen â deutschen Burg wich. Die Burg sollte das zu dieser Zeit bedeutende Wirtschafts- und Verwaltungszentrum sichern. Eine Quelle aus dem Jahr 1189 bezeichnet Zahna als Burgwardhauptort.[28]
SchlÜsser und Herrenhäuser
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in Wallwitz
Nicht nur das Renaissanceschloss Wiesenburg aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das Schloss MÜckern oder das historische Ensemble in Zerbst zählen zu den Perlen des Flämings, sondern auch Anlagen wie das im Stil englischer Landhäuser gehaltene Schloss Wendgräben in Zeppernick, das der Mitbegrßnder des Deutschen Werkbundes Hermann Muthesius 1910 geplant hatte. Muthesius schien dem Bauherrn Hans Waldemar von Wulffen besonders geeignet, seine Vorstellungen eines englischen Herrenhauses umzusetzen, da sich Muthesius in seinem Hauptwerk Das englische Haus gegen den Historismus und den Jugendstil wandte. Den stilgerechten Park steuerte der Gartenarchitekt Walter von Engelhardt bei.
Der Landschaftsplaner und spätere kÜnigliche General-Gartendirektor Peter Joseph LennÊ entwarf 1838 den Schlossgarten fßr das barocke Schloss Baruth, das spätestens 1775 fertiggestellt worden war und in dem die fßrstlich-gräfliche Familie zu Solms-Baruth residierte. Von den ursprßnglichen Schlossanlagen blieb lediglich das derzeit verfallende Frauenhaus erhalten, während das sogenannte Neue Schloss auf ein barockes Gartenhaus zurßckgeht und der Kopfbau in den Jahren 1912/13 hinzukam. Der restaurierte Schlosspark konnte bis heute den LennÊschen Charakter bewahren.
An einem Park liegt auch das Schloss Kropstädt, das 1850 auf dem Gelände der ehemaligen Wasserburg Liesnitz gebaut wurde. Die Wasserburg war 1358 von den Wittenbergern gestĂźrmt und zerstĂśrt worden, da ihre Raubritter die HandelsstraĂe Berlin-Leipzig bedrohten. Das Schloss beherbergt ein Bildungszentrum und Hotel und ist noch heute von einem Wassergraben umgeben. Es ist malerisch in die benachbarte Landschaft eines ausgedehnten Biberschutzgebietes an einem der Quellbachtäler der Zahna eingebettet. Vom Schlossturm bietet sich ein Blick Ăźber das Tal und den zur Elbaue auslaufenden Fläming. Regionalgeschichte schrieb das Gut Nudersdorf, auf dem das Schloss Nudersdorf aus dem 18. Jahrhundert steht. Denn das Gut am Rischebach nĂśrdlich von Wittenberg hatte sehr wahrscheinlich der sächsische Kanzler und Luthervertraute Gregor BrĂźck anlegen lassen.
Von 1564 bis zur Enteignung im Jahr 1945 konnte die Familie von Mßnchhausen ihr Renaissanceschloss auf einem sßdwestlichen Hochplateau des Flämings in Leitzkau halten, das auf ein Prämonstratenserkloster aus dem 12. Jahrhundert zurßckgeht. Das nach der Reformation in eine Schlossanlage verwandelte Stift bildet nach Wiederaufbauarbeiten in den 1990er Jahren ein architektonisches Gesamtensemble aus dem Hobeckschloss, dem Neuhaus und der Schlosskirche.
Rund zwei Kilometer unterhalb der westlichsten Flämingerhebung, dem 68 Meter hohen Spitzen Berg, lag in Woltersdorf bei Magdeburg das ausgedehnte Landgut Woltersdorf mit einem groĂzĂźgigen Herrenhaus aus dem Jahr 1744. Das Gutshaus derer von Alvensleben ist allerdings nur noch mit einem kleinen Rest vorhanden. Ein restauriertes und denkmalgeschĂźtztes Herrenhaus befindet sich unterhalb des Hagelbergs in Klein-Glien auf dem gleichnamigen Gut. Weitere Herrenhäuser oder repräsentative Gutshäuser gibt es beispielsweise in Hagelberg oder im Wiesenburger Ortsteil Schmerwitz. In Loburg finden sich mit dem Wulffenschen Gutshaus aus dem Jahr 1773 und dem Barbyschen Gutshaus (nach 1660) gleich zwei Landhäuser.
Ausgewählte Teilregionen und Ensembles
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ländeken Bärwalde, Dahme und Umland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Schloss Bärwalde im SĂźdosten des Niederen Fläming war Zentrum des alten Herrschaftsgebiets im Ländeken Bärwalde, das heute zur GroĂgemeinde Niederer Fläming gehĂśrt. Das Ländeken gehĂśrte seit dem 15. Jahrhundert als Exklave zu Brandenburg. Das Bärwalder Schloss ging aus einer umgebauten deutschen Burg hervor, eine slawische Wallburg befand sich in unmittelbarer Nähe. Das Schloss ist fast vollständig abgetragen und nur der verwitterte 700-jährige Burgturm aus Raseneisenstein auf einem HĂźgel Ăźber dem Schweinitzer FlieĂ blieb erhalten. Rund drei Kilometer nordwestlich folgt in einem Ortsteil von SchĂśnewalde das erhaltene barocke Herrenhaus Ahlsdorf von 1709, das Lebensmittelpunkt von Georg von Siemens war. Hier liegt die Erbbegräbnisstätte derer von Siemens aus dem Jahr 1879, die in den 1990er Jahren restauriert wurde. Den Schlosspark im Stil englischer Landschaftsgärten schmĂźckt ein reich verziertes hĂślzernes Teehaus.
Auch das literarische Zentrum des Flämings, das Schloss Wiepersdorf, gehĂśrt zum Ländeken Bärwalde (zu Wiepersdorf siehe unten). Die Stadt Dahme an der Ostgrenze des Niederen Flämings im Ăbergangsbereich zum Lausitzer Grenzwall war in der slawischen Zeit Mittelpunkt eines Burgwards, der einer deutschen Burg wich, die wiederum ein heute weitgehend zerfallenes Schloss ersetzte. BerĂźhmt ist Dahme fĂźr seine gut erhaltene Stadtmauer und das repräsentative Rathaus von 1893/94 im Stil der Neorenaissance (siehe ausfĂźhrlich: Dahme).
Gutshaus und Landarbeiterhäuser in Schmerwitz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nahe Wiesenburg liegt das Gutshaus Schmerwitz, das Carl Friedrich Brandt von Lindau bis 1736 hatte errichten lassen. Von 1871 bis 1873 erfolgte eine Erweiterung mit zum Teil neobarocken Formen. Der SĂźdflĂźgel fehlt seit einem Brand 1892, und die aufwändige Fassadendekoration auf der RĂźckseite stammt aus dem frĂźhen 20. Jahrhundert. Seit 1945 als Schulungshaus der Sowjetarmee genutzt folgten bis zu den 1980er Jahren Umbauten und Erweiterungen, die sich nicht unbedingt an der historischen Architektur orientierten. Seit der Wende ist das Haus durch Leerstand gefährdet und zerfällt â ein Investor ist dringend erforderlich. Das riesige benachbarte Landgut und der Gutshof hingegen sind erhalten und bilden, nach einem Zwischenbesitz des Drogenselbsthilfevereins Synanon, heute mit einer Nutzfläche von 1500 Hektar einen der grĂśĂten Bioland-Betriebe in Deutschland.
Die Schmerwitzer Landarbeiterhäuser stellen ein einzigartiges Zeugnis der DDR-Baukultur dar. Da das Gut Schmerwitz erhalten blieb, kam das Neubauern-Siedlungsprogramm fĂźr die FlĂźchtlingsstrĂśme nach 1945 nicht zur Anwendung. Vielmehr gab es eine individuelle Schmerwitzer LĂśsung: ein in Form und Bauweise einzigartiges Ensemble von Landarbeiterhäusern aus zehn Einzel- und drei Doppelhäusern entlang des Dorfangers zur Selbstversorgung mit jeweils angegliedertem Wirtschaftsteil mit Garten und Stall. Die Häuser wurden zur Miete und gelegentlich als Anerkennung besonderer Leistungen vergeben, weshalb sie auch den Namen Aktivistenhäuser[29] tragen. In den 1990er Jahren wurden die Häuser saniert, wobei moderne WohnbedĂźrfnisse berĂźcksichtigt wurden, der Charakter der Anlage jedoch bewahrt blieb. âDank der SanierungsmaĂnahmen ist in seiner ganz eigenen, schlichten Ăsthetik ein kulturhistorisches Phänomen deutscher Nachkriegsbaugeschichte und Lebensweise erhalten.â[30] Eine Besonderheit stellt die Siedlung auch insofern dar, als hier in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Dorfanger neu entstand.
BevĂślkerung und Brauchtum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fragmentarisches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der berßhmteste Wanderer durch die Mark Brandenburg, Theodor Fontane, streifte den Fläming allenfalls am Rand und widmete ihm auch keinen Abschnitt in seinem fßnfbändigen Werk Wanderungen. Allerdings finden sich im Kapitel zu Luckenwalde Luch im Wald einige Passagen zu den Flämingern.
So gibt Fontane eine Beschreibung des âGeschichtsschreibers des Flämings (Rektor Telle zu JĂźterbog) aus den 1870er Jahren wie folgt wieder: Sie halten viel auf gute Zucht, sind kirchlich, ernst in Haltung und mäĂig im GenuĂ. Ausschweifung und Trunkenheit sind bei ihnen seltener als anderswo. Diese Charakterisierung kommentiert Fontane mit dem Satz: So sind die âeigentlichenâ Fläminger.â[31]
Trachten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut Fontane gab es in JĂźterbog ânoch nachweisbar Vläminger bis ins 17. Jahrhundert hinein. So berichtet die JĂźterbocker Chronik: âIn diesem Jahre (1693) verschied allhier der Richter ÂťDĂźmchenÂŤ, auf dem Neuenmarkt und ist der einzigste [sic!] und letzte gewesen, Âťder einen spitzigen Hut mit niedergeschlagenen KrempenÂŤ in hiesiger Gegend getragen, welche Mode beinahe 600 Jahre allhier gebräuchlich gewesen, und sah dieser Hut so aus, wie man die alten holländischen Bauern abgemalt findet.ââ Fontane schlieĂt daraus, dass von da ab die âaltholländische Tracht in diesen Gegenden, wenigstens in den städtischen Ortschaften [verschwand]; aber âSpracheâ und âSitteâ Ăźberdauerten die Tracht, [âŚ].â[32]
Oskar Schwebel berichtet allerdings 1881, dass âsich die Karnette, d. h. die steife Haube mit den taubenflĂźgelartig abstehenden KopftĂźchernâ, bei den Frauen noch zu seiner Zeit allgemeiner Beliebtheit erfreute. Und noch immer sei es der Stolz der Flämingerin, âmĂśglichst viele RĂścke Ăźber einander zu tragen.â[33]
Sprache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die traditionelle Sprache ist das Flämingplatt, das zum Mittelmärkischen (Ostniederdeutsch) gehÜrt aber auch deutliche niederländische Sprachreste enthält. Es ist stark bedroht, aber wird von lokalen Initiativen weiterhin gepflegt.[34]
Fontane bemerkt in einer FuĂnote: âWie sehr die Sprache des âhohen Vlämingsâ von dem gewĂśhnlichen märkischen Platt abweicht, mag folgende vorzĂźgliche Ăbersetzung aus dem Stabat mater zeigen. Es erscheint uns als ein Niederdeutsch, das zwischen âHolländischâ und âMärkisch-Plattâ allenfalls die Mitte hält.â Die erste Strophe in dieser Ăbersetzung des Stabat mater lautet:
By et KrĂźz met schreijende Ougen
Stund die Mueder diep bewoagen,
Doa de osan dorchnaegelt hing.
Un in Ür verzuchend Härze,
Umgedreyt van Wei und smärte,
Een dÜrchborend Schlagswärt ging.[32]
KĂźche und Feste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Bestandteil der Brandenburgischen und Sachsen-Anhaltischen KĂźche verfĂźgt der Fläming Ăźber einige kulinarische Spezialitäten. Die bekannteste Delikatesse ist der Klemmkuchen, eine SĂźĂspeise, die die Flamen im 12./13. Jahrhundert mitgebracht hatten. Die waffelartigen Kuchen werden noch heute bei grĂśĂeren Familienfeiern und insbesondere zur Fastnacht nach traditioneller Art im reich verzierten Klemmkucheneisen auf offener Flamme gebacken. Während der ursprĂźngliche Teig aus Roggenmehl, Wasser, ausgelassenem Speck und Salz bestand, fallen die Zutaten heute deutlich Ăźppiger aus. Butter und Zucker fehlen selten bei den einst platten Kuchen, die inzwischen oft zu TĂźten gerollt und mit Sahne gefĂźllt werden. Das Heimatmuseum in Dahme zeigt neben achtzig weiteren ein Klemmeisen aus dem Jahr 1571, das das älteste bekannte Exemplar sein soll. Auch den vor allem im Wittenberger Raum verbreiteten Speckkuchen fĂźhrten sehr wahrscheinlich die Flamen ein.
Zu den Spezialitäten zählen ferner die Forellen aus den FlämingflieĂen und Wild, Pilze und Kartoffeln. Der Tourismusverband bietet eine âKulinarische Kartoffeltourâ an, auf der die beteiligten Gasthäuser Gerichte nach innovativen Rezepten rund um die Kartoffel servieren. In der Lutherstadt gibt es noch folgende Besonderheiten:
- Wittenberger Kuckucksbier (Dunkelbier)
- Wittenberger Quarkkrempel
- Lutherbrot â eine Gebäckspezialität der Firma Wikana
Das Aufstellen der Pfingstmaie hat eine lange Tradition und auch heute sieht man in vielen DÜrfern die mit bunten Bändern geschmßckte hohe Stange mit einer schlanken Birke als KrÜnung. Berßhmt sind die Fläminger Hochzeitsrituale und Erntedankfeste. Auch alte Bräuche wie das Osterfeuer blieben erhalten. Hinzu kommen Ürtliche Feste (Beispiele):
- FrĂźhlingsfest in JĂźterbog
- Sommerliches Lindenfest auf dem Markt in Seyda
- Belziger Altstadtsommer als mittelalterliches Ritterspektakel in der Altstadt und der Burg Eisenhardt.
- Burgfest mehrfach im Jahr auf der Burg Rabenstein
- MĂźhlenfest in Marzahna (Treuenbrietzen)
- Sabinchenfestspiele in Treuenbrietzen
- Alljährliches Turmfest in Luckenwalde (siehe nächstes Kapitel)
- Reformationsfest und weitere Luther-bezogene Feiern in Wittenberg
- Skurriles BrĂźhtrog-Rennen auf dem Niendorfer Dorfteich
- Kultiges Bettenrennen in Fredersdorf
Fehde JĂźterbog â Luckenwalde
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Ăhnlich wie zwischen den Zauche-Bauern und den Stoppelsachsen Ăźber die Belziger Landschaftswiesen hinweg (siehe oben) gab es laut Fontane auch zwischen den Nachbarstädten JĂźterbog und dem bereits seit 1680 märkischen Luckenwalde heftige Fehden: âSo entstanden endlose Streite, die am liebsten handfest auf Kirchweihen, in den Zwischenzeiten aber mit SpĂśttereien ausgefochten wurden. âDie JĂźterbocker haben uns den Turm stehlen wollen â so sagen die Luckenwalder â aber als der Nachtwächter kam, haben sie ihn vor Schreck wieder fallen lassen; â seitdem steht er abseits.â Die JĂźterbocker rächten sich durch Spottverse und sangen: âLieber die Rute, Als Luckenwalde an der Nutheâ; aber die Betroffenen wuĂten auch ihren Reim zu machen und sangen ihrerseits: âDas Mädchen ist aus JĂźterbock, Das Hemd ist länger als der Rock.â So waren die Fehden im alten Luch im Wald.â Dabei spielt die letzte Wendung auf die traditionelle flämische Tracht an. Inzwischen (um 1880) hätten sich die Fehden, fährt Fontane fort, â[âŚ] ausgetobt und nur bei den Wahlschlachten steigt der alte Groll noch aus dem Grabe und scheidet JĂźterbog-Luckenwalde in rechts und links. Luckenwalde steht links. Schade! Luch im Wald hätte rechts gestanden.â[35]
Unterschiedliche Identifikation mit dem Fläming
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der allgemeinen Wahrnehmung wird der Fläming weitgehend mit dem Bundesland Brandenburg in Verbindung gebracht und nur selten mit Sachsen-Anhalt assoziiert. Diese Wahrnehmung spiegelt sich auch in Reisefßhrern wider, die den Sachsen-Anhalter Teil in der Regel konsequent aussparen und allenfalls, wie in einem Fall, der Stadt Zerbst einen Abschnitt widmen. Selbst ein in Dessau erschienener Kulturfßhrer stellt sich als Brandenburg-lastig dar.
Dieses Phänomen entspricht der Wahrnehmung der Bewohner. Während die Brandenburger betonen, dass der 200 Meter hohe Hagelberg nicht nur den hĂśchsten Fläminggipfel, sondern die hĂśchste Spitze des gesamten norddeutschen Tieflandes bildet, spielen derartige HĂśhen im Nachbarland, in dem der fast sechsmal hĂśhere Harzer Brocken liegt, eine untergeordnete Rolle. Der neue Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt beklagt: âDie regionale Identität der BĂźrger mit dem Fläming ist nur gering ausgeprägt.â[36] Das Bewusstsein fĂźr die Kultur auch nĂśrdlich von Wittenberg und Coswig zu stärken und die landschaftlichen Reize des Flämings in Sachsen-Anhalt bekannter zu machen, betrachtet die Naturparkverwaltung als eine ihrer zentralen Aufgaben. Auch die erst 2005, acht Jahre nach dem märkischen Nachbarpark Hoher Fläming erfolgte GrĂźndung des GroĂschutzgebiets, ist Ausdruck dieser Länderdifferenz.
PersĂśnlichkeiten
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Nicht nur der Wiesenburger Dichter Hermann BoĂdorf, dessen hohe Identifikation mit dem Landstrich sich durch sein gesamtes Werk zieht, stammt aus dem Fläming, sondern auch der Komponist Carl Gottlieb ReiĂiger (1798â1859) aus Belzig, der 1828 die Nachfolge Carl Maria von Webers als Hofkapellmeister in Dresden antrat. Weitere PersĂśnlichkeiten aus dem Landstrich sind beispielsweise der Komponist und GrĂźnder der âSinge-Academie zu Berlinâ Carl Friedrich Christian Fasch (1736â1800) aus Zerbst oder der Botaniker Gottlob Ludwig Rabenhorst (1806â1881) und der Boxolympiasieger Henry Maske (* 1964) aus Treuenbrietzen. Aus JĂźterbog kommen unter anderem der Pianist und Komponist Wilhelm Kempff (1895â1991) und der Naturforscher und Zoologe Johann Friedrich von Brandt (1802â1879), der Direktor der zoologischen Abteilung an der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg wurde. Wie viele Theologen der Reformationszeit wurde auch der lutherische Reformator Georg Buchholzer (um 1503â1566) im Fläming geboren â wie sein Sohn, der Historiker Abraham Buchholzer (1529â1584), in Dahme. Aus derselben Stadt stammt der Entdecker des Anilin, der Kaufmann Otto Unverdorben (1806â1873). Die Stadt Niemegk ist stolz darauf, dass in einem erhaltenen Haus neben der Stadtkirche St. Johannis 1868/1869 fĂźr ein Jahr Robert Koch als Arzt praktizierte und erinnert mit einer Gedenktafel an diese Episode aus dem Leben des Nobelpreisträgers.
Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âDie Wohlhabenheit dieser auf den ersten Blick so kärglich von der Natur ausgestattet erscheinenden Gegenden [⌠.]â strich bereits Schwebel in seiner Flämingdarstellung 1881 heraus.[33] Dazu trugen Handwerk und Kleinindustrie wie MĂźhlen, GlashĂźtten, HĂźttendĂśrfer (Pechereien), Tuchmacher, Spinnstuben, TĂśpfereien und vor allem die Forst- und Landwirtschaft bei. Heute dominiert die Landwirtschaft, die von einem nachhaltigen touristischen Aufschwung ergänzt wird. Die wirtschaftliche Basis fĂźr den zu allen historischen Zeiten vergleichsweise guten Lebensstandard im Fläming hatten die Zisterzienser bereits kurz nach der GrĂźndung der Mark Brandenburg gelegt.
Landesaufbau der Zisterzienser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die beiden 1170 und 1180 gegrßndeten KlÜster Zinna und Lehnin hatten bei allen oben beschriebenen machtpolitischen Funktionen vor allem auch die Aufgabe, mit den fortgeschrittenen Techniken der Zisterzienser in der Landwirtschaft, im Handwerk oder beim Mßhlenbau den Aufbau des Landes voranzubringen.[37] Beide KlÜster erlangten einen fßr die damalige Zeit erheblichen Reichtum. Das Flämingkloster Zinna verfßgte in seiner Blßtezeit ßber einen Besitz von 40 DÜrfern und 1140 Hufen Land.
In einem angeblich zeitgenĂśssischen Bericht aus dem 12. Jahrhundert schildert der JĂźterboger BĂźrger A. W. Ludwig, wie die MĂśnche das Kloster anlegten und in dem kargen Fläming eine WassermĂźhle bauten: âGewundert haben wir uns alle, denn die MĂśnche sahen nicht so aus, wie wir es sonst gewohnt waren. Sie hatten lange, schwarzweiĂe RĂścke an und trugen auf der Schulter die Axt und in der Hand den Spaten. Des Staunens in der Stadt (JĂźterbog) wollte kein Ende nehmen, als sie sagten, sie zĂśgen nicht im Lande umher und predigten [âŚ]. [âŚ] Und als das Kloster fertig war, da haben sie am Fluss eine WassermĂźhle angelegt. [âŚ] Ihr hättet sehen sollen, was die Wenden fĂźr Gesichter gemacht, als die MĂźhle zum ersten Mal in Gang kam, denn sie kannten bis dahin nur HandmĂźhlen.â[38]
MĂźhlen und Kupferhammer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăber Jahrhunderte blieben die MĂźhlen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im Fläming, die â angesichts des eher trockenen Landes â in einer erstaunlich hohen Zahl und in dichtem Abstand entlang der FlĂźsse und Bäche folgten. Die Buckau und die Nuthen trieben viele Wasserräder an und am FläminghauptflieĂ Plane lagen zwischen Raben und GĂśmnigk allein sieben MĂźhlen. Selbst kleinste Gewässer wie der Belziger Lumpenbach fĂźhrte seine Wasser an zwei MĂźhlen, der ObermĂźhle und der Kleesen MĂźhle, vorbei, bevor er in den Belziger/Fredersdorfer Bach mĂźndete. Am Belziger Bach standen 5 MĂźhlen die SchlossmĂźhle, (Engemanns) MittelmĂźhle, Jaegers HintermĂźhle (in der Nähe des MĂźhlenhĂślzchens), Oelschlaegers MĂźhle und hinter dem Turnplatz Rieslers MĂźhle (heute Finsterwalder). Der noch kleinere parallel flieĂende Springbach hatte seit 1749 die SpringbachmĂźhle ehemals Hannemanns MĂźhle, die 1998 nach altem Vorbild restauriert wurde und heute mit dem ebenfalls wiederhergestellten Gelände und MĂźhlteich ein sehenswertes Ensemble mit einem Restaurant bildet.
Elf WassermĂźhlen standen an der Rossel, die Ăźber ein mittelschlächtiges Wasserrad zudem die hĂślzerne Welle des Kupferhammers ThieĂen bewegte. Die im Originalzustand wiederhergestellte und denkmalgeschĂźtzte technische Schauanlage vermittelt einen Einblick in das handwerkliche KĂśnnen vor 400 Jahren.
Auf den zugigen FläminghĂśhen und insbesondere im Niederen Fläming drehten sich viele WindmĂźhlen â viele HĂźgel, wie auch der zweithĂśchste Fläminggipfel, der 191 Meter hohe MĂźhlenberg bei Wiesenburg, zeugen mit ihren Namen von der MĂźhlenzeit. Die meisten der noch erhaltenen Bauten sind heute technische Denkmäler und zum Teil voll funktionstĂźchtig. Ăber eine komplette technische Ausstattung verfĂźgt die PaltrockmĂźhle in SchĂśnewalde, die letzte von einst sieben MĂźhlen bei der Kleinstadt. Die PaltrockmĂźhle im Baruther Ortsteil Petkus erhielt 1995 und der seltene Turmholländer in Naundorf bei Seyda 2001 ein neues FlĂźgelkreuz. Die HochzeitsmĂźhle in Dennewitz, die zuvor in Kaltenborn stand, wird ihrem Namen noch heute gerecht, denn hier kĂśnnen sich Paare den Traum einer Hochzeit Ganz in WeiĂ in einer BockwindmĂźhle erfĂźllen.
HĂźtten, TĂśpfereien und Ziegeleien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die hohen Lehmvorkommen im Fläming dienten TĂśpfereien und Ziegeleien als Material und die weiĂen, sandigen BĂśden waren ein idealer Rohstoff fĂźr GlashĂźtten. FĂźr den hohen Holzbedarf dieser Betriebe sorgten die Wälder, die beispielsweise in der ausgedehnten Waldlandschaft Brandtsheide im Hohen Fläming ganze HĂźttendĂśrfer zur Teer- und Holzkohlegewinnung hervorbrachten. Die Wiesenburger Ortsteile JeserigerhĂźtten, NeuehĂźtten, ReetzerhĂźtten und MedewitzerhĂźtten oder auch die Schweinitzer HĂźtten erinnern mit ihren Namen an die kirchenlosen HĂźttensiedlungen. Im 19. Jahrhundert kam zudem das reinste deutsche Wachs aus der Brandtsheide und noch zur DDR-Zeit deckte der Wald 95 % des Bedarfs an Mittelwänden fĂźr die Imker ab. Die Buchal Kerzenzieherei in ReetzerhĂźtten ist heute die einzige Kerzenmanufaktur in Brandenburg.[39]
NĂśrdlich der HĂźttendĂśrfer bildete sich in GĂśrzke eine besondere TĂśpfertradition heraus, die 1706 ihren Ausgangspunkt genommen hatte, als sich die Handwerker zur Innung der Bouteillenmacher zusammenschlossen. Noch heute arbeiten in der Kleinstadt vier TĂśpfereien und der restaurierte TĂśpfermarkt bietet mit einem angeschlossenen Handwerkerhof traditionell gefertigte Produkte an. TĂśpferscheiben drehten sich in vielen weiteren Flämingorten wie in Dahme. Ăberliefert ist, dass am 20. Juli 1563 die Niemegker TĂśpferordnung eine neue Fassung erhielt. Ziegeleien produzierten in Niemegk wie auch in Reetz bis in das Jahr 1990.
âDie bemerkenswertheste der industriellen Anlagen auf dem Ăśstlichen Fläming ist die GlashĂźtte des an seinem nĂśrdlichen Abhange liegenden Städtchens Baruth, [âŚ].â schrieb Oskar Schwebel 1881. Die Graf Solmsche HĂźtte im heutigen Baruther Ortsteil GlashĂźtte hatte 1716 die Arbeit aufgenommen und nahm einen â[âŚ]ungeahnten Aufschwung. Schon 1844 konnte ein besonderer Ofen fĂźr Milchglas mit sechs Häfen gebaut werden., schon damals wurden monatlich gegen 50.000 StĂźck Lampenglocken hergestellt.â[40]
Die auch heute noch berĂźhmteste aller Glasmanufakturen im Fläming präsentierte 1851 auf der Londoner Weltausstellung mit Erfolg ihre Baruther Lampenschirme. Die VertragsabschlĂźsse fĂźhrten zu Milchglasexporten bis nach England und Amerika. In nur 60 Jahren, von 1815 bis 1875, war die Zahl von 24 auf 440 Einwohner gestiegen, wovon 218 in der GlashĂźtte beschäftigt waren. 1793, vier Jahre nach dem Beginn der FranzĂśsischen Revolution, âwurden 15 Glasmacher wegen âFĂźhrens aufrĂźhrerischer Redenâ aus der Herrschaft Baruth ausgewiesen.â[41]
Das denkmalgeschßtzte Hßttenensemble mit der fast unberßhrten Glasmachersiedlung hat sich zu einem vielbesuchten Museumsdorf entwickelt, das als der besterhaltene Glasmacherort Deutschlands gilt. Nach der Stilllegung der Glashßtte im Jahr 1980 arbeiten seit 1998 wieder Glasbläser fßr die Schauproduktion.
Leineweber, Kleinindustrie, Garnisonen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âDie Spinnstuben in ihrer alten Gestaltâ, hieĂ es in einem Fläming-Bericht um 1900, âsind längst dahin [âŚ]. Dazu ist der Flachsbau auf dem Fläming bedeutend zurĂźckgegangen. Die Flachsmärkte in Wittenberg und JĂźterbog, die ehemals die Bauern aus allen FlämingsdĂśrfern zusammenfĂźhrten und Berge von Flachs aufzuweisen hatten, sind fast vergessen und werden heut kaum noch besucht.â[42]
Insbesondere JĂźterbog, das schon um 1200 als Fernhandelszentrum prosperierte, entwickelte sich im Mittelalter zum Zentrum der Tuchmacher und Gewandschneider. Auch in Belzig blĂźhte das Leinewebergewerbe und Dahme war bekannt fĂźr seine Tuche â 1813 gab es 130 Tuchmacher in der Stadt.
Dahme war ferner berßhmt fßr seine Schuhmanufakturen und vor allem fßr die Zigarrenproduktion, die 1840 mit der Grßndung der ersten Tabakfabrik durch Otto Unverdorben begonnen hatte. Noch 1928 produzierten knapp 40 Betriebe Zigarren. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Produktion deutlich zurßck und die letzte Fabrik schloss 1968. Zu den heutigen kleinindustriellen Betrieben im Fläming zählt beispielsweise die Fläminger Spirituosen GmbH in Zahna, die ihren Vorläufer in einer Marmeladen- und Fruchtsaftpresserei aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatte.
Während sich Luckenwalde nach dem Siebenjährigen Krieg zum Industriestandort entwickelt hatte, brach im handwerklich orientierten JĂźterbog die Wirtschaft erst einmal zusammen. Erholung brachte neben der Weberei die Entwicklung zum Garnisonsstandort mit groĂen Kasernenbereichen im damaligen Ortsteil Altes Lager. Mit der WiederaufrĂźstung 1934/1935 entstanden zahlreiche weitere Militärbauten und in der Folge Wohnsiedlungen, die zur DDR-Zeit von der Sowjetarmee genutzt wurden. Das Museum des Garnisonsgeschichtsvereins Altes Lager dokumentiert diese Zeit.
Alternative Lebens- und Wirtschaftsformen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Hohen Fläming gibt es eine Reihe von Gruppen und Einzelpersonen, die alternative Lebensformen erproben. Im Jahr 1991 hat eine Gruppe die ZEGG GmbH gegrßndet und ein bis zur Wende vom DDR-Ministerium fßr Staatssicherheit genutztes Gelände in Belzig gekauft. Das ZEGG ist ein esoterisches Kollektiv von etwa 80 Personen, das neue Formen des Zusammenlebens erprobt.
Ebenfalls im Jahr 1991 hat die Berliner Suchthilfeorganisation Synanon das Gut Schmerwitz erworben und dort eine groĂe Suchthilfeeinrichtung gegrĂźndet. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten gegen Ende der 1990er Jahre hat Synanon das Gut im Jahr 2000 verkauft. Der Ăźberwiegende Teil mit der Landwirtschaft wurde von der Familie Schoonhoven Ăźbernommen, die dort einen groĂen Bioland-Betrieb betreibt. Der Suchthilfeverein âScarabäus Hoher Fläming e. V.â hat ebenfalls einen Teil des Gutes Schmerwitz Ăźbernommen und betreibt dort eine Suchthilfeeinrichtung.
In diesem Umfeld haben sich mehrere Initiativen entwickelt, die in verschiedenen Bereichen alternative Lebens- und Wirtschaftsformen umsetzen.[43]
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FĂźr das Tourismus-Marketing im Land Brandenburg umfasst der Fläming ein grĂśĂeres Gebiet als die geografische Region. Unter dem Markenzeichen Fläming vermarkten sich Orte bis an die Landesgrenze zu Berlin, wie das in dessen âSpeckgĂźrtelâ liegende Teltow und die Industriestadt Ludwigsfelde. Die zum Land Sachsen-Anhalt gehĂśrigen Bereiche des Fläming vermarkten sich dagegen mit der âReiseregion Anhalt-Wittenbergâ. DarĂźber hinaus gibt es seit 2004 den einheitlichen länder- und kreisĂźbergreifenden Tourismusverband Fläming e. V. mit Sitz in Beelitz.
Eine herausragende Investition zur Ankurbelung des Tourismus war die Anlage des 230Â km langen Skater- und Fahrradparcours Flaeming-Skate. AuĂer mit sportlichen Angeboten wirbt man mit den historischen SehenswĂźrdigkeiten der Region und mit der ÂťSteinthermeÂŤ in Bad Belzig.
Da mehrere Orte im Fläming von Berlin aus leicht mit Ăśffentlichen wie privaten Verkehrsmitteln zu erreichen sind, tauchen viele Besucher der Region nicht in den Ăbernachtungsstatistiken auf.
| Statistische Daten zur Reiseregion Fläming in Brandenburg[44] |
2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ăbernachtungen | 1.177.400 | 1.108.700 | 1.063.600 | 999.200 | 1.058.500 | 1.066.300 | 1.038.000 | 1.022.500 |
| Bettenangebot | 9.261 | 9.721 | 9.535 | 8.600 | 8.424 | 8.180 | 8.215 | 8.067 |
| Bettenauslastung | 34,8Â % | 31,5Â % | 30,0Â % | 31,7Â % | 34,1Â % | 35,1Â % | 34,9Â % | 34,0Â % |
Damit lag der Fläming bei der Bettenauslastung im Mittelfeld.
Verkehrswege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ăberblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Flughäfen gibt es in näherer Umgebung des Flämings nicht. Am nächsten liegen die Verkehrsflughäfen Berlin Brandenburg und Leipzig/Halle. Im ausgedehnten Busnetz bildet Bad Belzig einen Knotenpunkt mit einem Busbahnhof. Durch den HĂśhenzug verlaufen der Europäische Fernwanderweg E11 (Niederlande â Masuren) und der Europaradweg R1 (Calais â Sankt Petersburg).
StraĂe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwei Autobahnen berĂźhren den Fläming. Die A 2 Berliner Ring â Oberhausen fĂźhrt am nordwestlichen Flämingrand vorbei und hat mit Wollin, Ziesar und TheeĂen drei Anschlussstellen am HĂśhenzug. Die A 9 Berlin â MĂźnchen durchschneidet den Fläming ungefähr in der Mitte von Nordosten nach SĂźdwesten und weist mit Niemegk, Klein Marzehns und KĂśselitz gleichfalls drei Anschlussstellen auf. Einige Kilometer vom Ăśstlichen Flämingrand entfernt fĂźhrt die A 13 Berliner Ring â Dresden vorbei, die von den Anschlussstellen Baruth und Staakow schnelle Verbindungen zum Fläming bietet.
Das trapezfĂśrmige, im SĂźden breitere Flämingsegment zwischen den Autobahnen 9 und 13 wird von den, ebenfalls in der Hauptsache von Norden nach SĂźden verlaufenden, nachfolgend von West nach Ost geordneten BundesstraĂen 2, 101 und 96 weiter segmentiert, wobei bereits die B 96 auĂerhalb des Flämings verläuft. GrĂśĂtenteils westlich der A9 verläuft die B 107, die diese im SĂźden des HĂśhenzuges kreuzt; noch westlicher verläuft die B 184, die in der Hauptsache sĂźdĂśstlich gerichtet ist.
Quer von Westen nach Osten verbindet die B 246 MĂśckern und Bad Belzig, die bei Bad Belzig einen Teil der Deutschen AlleenstraĂe bildet. Die AlleenstraĂe geht ab Bad Belzig auf einer LandstraĂe Ăźber Wiesenburg weiter nach Wittenberg und vorbei an der Burg Rabenstein, die die traditionsreiche mittelalterliche HandelsstraĂe bewachte. Von Bad Belzig fĂźhrt die B 102 Ăźber Treuenbrietzen und JĂźterbog nach Dahme, deren Verlauf der alten SalzstraĂe, der die Stadt ihre Entstehung verdankt,[45] entspricht. In JĂźterbog beginnt ferner die B 115, die die Hauptstadt des Niederen Flämings mit Baruth und GolĂen verbindet. Die B 101 verläuft etwa ab Kloster Zinna sĂźdlich bis zum Elbe-Elster-Land, verteilt Ăźber drei Landkreise und zwei Bundesländer durch den Niederen Fläming. SĂźdlich von JĂźterbog verläuft die Strecke zunächst Ăźber den Hauptkamm des westlichen Niederen Flämings, danach folgt noch eine Passage durch den hier stark bewaldeten sĂźdlichen Vorfläming. Im Sachsen-Anhalter Teil verläuft zwischen Zerbst und Coswig die B 187a Ăźber Hundeluft durch den Hohen Fläming. LandstraĂen und viele alte Kopfsteinpflasteralleen ergänzen das Ăźberregionale StraĂennetz, das seit der Wende saniert und ausgebaut wird.
Schiene
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Bad Belzig, Wiesenburg, Medewitz, Jeber-Bergfrieden und ThieĂen sind Haltepunkte der Wetzlarer Bahn, der Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Dessau. StĂźndlich verkehrt der Regional-Express (RE 7) von Berlin bis Bad Belzig und zweistĂźndlich weiter nach Dessau. Ein TeilstĂźck dieser sogenannten Kanonenbahn zwischen Bad Belzig und Calbe wurde im Dezember 2004 stillgelegt. Zwischen Berlin und JĂźterbog fährt die RB 33, die in Treuenbrietzen und Altes Lager hält. Der RE 4 verbindet Berlin und JĂźterbog auf der Strecke der Anhalter Bahn Ăźber Luckenwalde und verkehrt als RE 5 Ăźber die BahnhĂśfe NiedergĂśrsdorf, BlĂśnsdorf, Klebitz, Zahna und BĂźlzig weiter nach Wittenberg. Auf der Trasse der Berlin-Dresdner Eisenbahn verläuft der RE 3 zwischen Berlin und Elsterwerda teilweise durch den Fläming und hält in Baruth.
Daneben durchlaufen den Fläming einige Schienenstränge stillgelegter Bahnen. Die Dahme-Uckroer Eisenbahn verband seit 1884 Dahme durch den niederen Fläming mit Berlin. Der Personenverkehr ruht seit 1968 und 1993 endete auch der Gßterverkehr. Zwischen 1899 und 1965 hatte Dahme auch ßber die Jßterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahnen Anschluss an das Schienennetz. Die 2003 stillgelegte Brandenburgische Städtebahn verband Treuenbrietzen mit Neustadt (Dosse) und hatte neben Bad Belzig verschiedene weitere BahnhÜfe im Fläming.
Der Fläming in Literatur, Musik und Kunst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1881 stellte Oskar Schwebel in seiner Beschreibung des Landstrichs fest: Die Landschaft des Flämings ist zwar eintÜnig, entbehrt aber keineswegs eines poetischen Reizes.[46]
Poesie, Märchen und das Lied fßr Sachsen-Anhalt
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Diesen poetischen Reiz einzufangen, gelang nicht nur dem oben erwähnten Mundartlyriker Hermann BoĂdorf aus Wiesenburg, sondern in jĂźngerer Zeit auch vielen Dichtern und Schriftstellern im literarischen Zentrum des Flämings, dem Schloss Wiepersdorf im Ländeken Bärwalde. Und in noch jĂźngerer Zeit bemĂźhen sich die Naturparkverbände um kĂźnstlerische Impulse, die den HĂśhenzug in den Mittelpunkt der Werke stellen. Im Mittelpunkt alter Sagen und Geschichten standen Personen wie Der Schmied von JĂźterbog. Das gleichnamige Volksmärchen verĂśffentlichte 1845 der Schriftsteller Ludwig Bechstein in seinem Deutschen Märchenbuch. Die heute fast vergessene Geschichte besaĂ fĂźr Oskar Schwebel noch 1881 einen hohen Stellenwert und dessen listige Hauptperson zählte seinerzeit zu den volkstĂźmlichsten Gestalten des deutschen Märchens.[47] Besonderen poetischen Reiz strahlt das Lied fĂźr Sachsen-Anhalt aus, das 1991 siegreich aus einem Landeswettbewerb hervorging, mit dem Sachsen-Anhalt eine Landeshymne suchte. Das Lied fand bei der BevĂślkerung bislang allerdings kaum Akzeptanz und erfĂźllt auch keine offizielle Funktion. In der ersten Strophe heiĂt es:
- Dieses Lied geh allen Herzen ein,
die fßr Harz und Fläming glßhn,
auch die Elbe soll uns Heimat sein,
Sachsen-Anhalt stolz und kĂźhn.
Kunst Land Hoher Fläming
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2004 gibt es im Naturpark Hoher Fläming unter der Dachmarke âkunst land hoher flämingâ eine Initiative von KĂźnstlern und anderen Akteuren aus der Region, im Fläming kĂźnstlerische Projekte durchzufĂźhren.[48] Im Jahr 2004 wurde im Schlosspark Wiesenburg ein Skulpturengarten eingerichtet. 2006 gestalteten KĂźnstler aus der Region die Kunstspur Hoher Fläming, ein 2,5 Kilometer langer Rundwanderweg bei Hagelberg mit acht Installationen aus den natĂźrlichen Materialien der Umgebung wie Leben nach der Eiszeit, Spur der Steine, Weidendurchblick, Wald- und Wiesensofa oder Steinschlange. Zwischen Wiesenburg und Bad Belzig wurde im August 2007 der Kunstwanderweg Hoher Fläming erĂśffnet, in diesem Fall mit zehn Werken von KĂźnstlern aus dem gesamten Bundesgebiet, die im Rahmen eines Kunstwettbewerbs ermittelt wurden. Sieger des Wettbewerbs waren Susken Rosenthal aus Baitz im Hohen Fläming (âUnter Kiefernâ), Susanne Ruoff aus Berlin (âIntermezzoâ) und Joerg Schlinke aus LĂźhburg bei Potsdam (âDie Jagdâ). Wolfgang Buntrock und Frank Schulze aus Hannover erhielten einen Anerkennungspreis der Jury fĂźr ihr Werk âWasserfall fĂźr den Flämingâ. F
Hamlet und Faust in Wittenberg
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Die kulturhistorische Bedeutung der Region und der Stellenwert der Wittenberger Universität im Mittelalter spiegeln sich darin wider, dass zwei der berßhmtesten Personen der Literatur mit Wittenberg in Verbindung stehen, die eine real, die andere fiktiv. Shakespeare lieà seinen Prinzen von Dänemark an der Leucorea studieren, wo Hamlet, Laertes, Rosenkranz und Gßldenstern die weltberßhmten vier Wittenberger Studenten der Shakespearschen TragÜdie bildeten. Das Hamlethaus in der Lutherstadt dßrfte dem realen Hamlet, der um 1200 lebte, allerdings kaum Studienstätte gewesen sein, da die Grßndung der Leucorea erst 1502 erfolgte.
Der historische Magier, Astrologe und Wahrsager Johann Georg Faust, dessen Leben die Grundlage fĂźr die Faust-Literatur, -TheaterstĂźcke und -Kompositionen wie auch fĂźr Goethes Faust bildete, soll in Wittenberg Theologie studiert und sich dort mit Melanchthon auseinandergesetzt haben. Am 30. Dezember 2004 fand in der BĂźhne Wittenberg die Premiere Johannes Faust â Leben und Tod eines Wittenbergers statt, die der italienische Regisseur Fernando Scarpa ebenso inszenierte wie die Reise mit Faust auf historischen Pflastern fĂźr den Landkreis Wittenberg am 19. Juni 2005.
Wo der Park mit dem Wald schläft â Wiepersdorf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literarisches Zentrum des Fläming war und ist das Schloss Wiepersdorf im Niederen Fläming, das da liegt, wo der Park mit dem Wald schläft, wie die Lyrikerin Sarah Kirsch in ihrem elfteiligen Wiepersdorf-Zyklus 1976 dichtete.[49] Der ehemalige Wohnsitz des romantischen Dichterpaars Bettina und Achim von Arnim diente zur DDR-Zeit als Arbeits- und Erholungsheim fßr verdiente Schriftsteller und Kßnstler. Nach der Wende knßpfte das Schloss an die literarische Tradition an und bietet auch heute als Kßnstlerhaus Stipendiaten eine Heimstatt.

In Wiepersdorf waren neben Sarah Kirsch weitere namhafte DDR-Schriftsteller wie Anna Seghers, Christa Wolf, Peter Hacks, Arnold Zweig, Karl Mickel, Thomas RosenlĂścher oder Peter Huchel zu Gast. Der Fläming flieĂt in viele Erzählungen und Gedichte ein, die den Charakter der Landschaft und seiner Menschen zu Tage fĂśrdern. Huchel widmete den stillen LandstraĂen mit ihrem Kopfsteinpflaster 1963 den Gedichtband Chausseen, Chausseen und schrieb Ăźber Wiepersdorf: Dann ist es still. Der Teich der Unken, das schuppiggrĂźne Algenglimmen tĂśnt klagend nur und dĂźnn und hohl, metallner Hall in Nacht versunken.[50] Der Wiepersdorf-Zyklus von Sarah Kirsch enthält auch folgende Zeilen:
âIch sah in Wiepersdorf alte Frauen
Pfingstrosen Ăźber den Kirchhof tragen
Die roten Blätter fielen schon ab
Und blieben auf den Steinplatten liegen.â[49]
Geografische Statistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fläming stellt nach der naturräumlichen Gliederung im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands die naturräumliche Haupteinheitengruppe 85 dar und wird in 9 Haupteinheiten unterteilt.[51][52]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geologie, Hydrografie und Namenkunde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werner Stackebrandt, Volker Manhenke (Hrsg.): Atlas zur Geologie von Brandenburg. 2. Auflage. Landesamt fĂźr Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute Landesamt fĂźr Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR), 2002, ISBN 3-9808157-0-6.
- Reinhard E. Fischer, Jßrgen Neuendorf, Joachim Reso: Rund um Belzig. Orts- und Flurnamen, Findlinge und Bäume, Bäche und Teiche. (= Jubiläumsreihe zur Belziger Stadtgeschichte. Buch 4). Herausgeber: FÜrderkreis Museum Burg Eisenhardt Belzig e. V., das Vorwort ist von 1997. DNB 964455366. Zum Hagelberg, S. 19 f.
- Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. (= Brandenburgischen Historischen Studien. Band 13). be.bra wissenschaft verlag, Berlin 2005, ISBN 3-937233-30-X, Zum Hagelberg S. 73.
- L. Lippstreu, N. Hermsdorf, A. Sonntag: Geologische Ăbersichtskarte des Landes Brandenburg 1 : 300.000 â Erläuterungen. Potsdam 1997, ISBN 3-7490-4576-3.
Geschichtliche Fachliteratur und historische Darstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4: Spreeland. Zitate nach der Ausgabe Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1998, ISBN 3-548-24381-9. Die Angaben stehen im Kapitel: Luch im Wald (Luckenwalde) S. 527â534, das in der Erstausgabe 1882 und verschiedenen späteren Ausgaben nicht enthalten ist und in der benutzten Ullstein-Ausgabe als Anhang unter der Ăberschrift Aufsätze aus dem thematischen Umfeld der âWanderungenâ wiedergegeben ist.
- A. Mariaschk: Der Fläming. In: Pestalozzi-Verein der Provinz Brandenburg (Hrsg.): Die Provinz Brandenburg in Wort und Bild. Julius Klinkhardt, Berlin 1900, S. 421â425.
- A. Mariaschk: Kloster Zinna. In: Pestalozzi-Verein der Provinz Brandenburg (Hrsg.): Die Provinz Brandenburg in Wort und Bild. Julius Klinkhardt, Berlin 1900, S. 433â436.
- Helga Kästner (Hrsg.): Die kurzgefasste Geschichte des Hohen Flämings, der DÜrfer Raben, Rädigke, Wulkow (wßst) sowie der Burg Rabenstein, erzählt von Martin Opitz, erstellt unter Mitarbeit von Stefan Pirnack, Treibgut Verlag Berlin, 2022
- Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär. 2. Auflage. BÜhlau, KÜln 2003, ISBN 3-412-16302-3.
- Lutz Partenheimer: Deutsche Herrschaftsbildung im Fläming während des 12. und 13. Jahrhunderts. Dissertation. Universität Potsdam, 1988. (Volltext)
- Lutz Partenheimer: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Mit einem lateinisch-deutschen Quellenanhang. 1. und 2. Auflage, KĂśln/Weimar/Wien 2007.
- Oskar Schwebel: Wanderungen in der Mark Brandenburg. Der sĂźdliche LandrĂźcken des Tieflandes mit dem Fläming. In: Ernst Friedel, Oskar Schwebel: Bilder aus der Mark Brandenburg. Otto Spamer, Leipzig 1881, S. 415â446.
- Stephan Warnatsch, Geschichte des Klosters Lehnin 1180â1542. (= Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Band 12.1). Lukas, Berlin 2000 (Zugleich: Berlin, Freie Universität, Dissertation, 1999), ISBN 3-931836-45-2.
- Heinrich GlĂśĂ: Titanen-Tour â Wie der Fläming immer wieder neu entdeckt wird. In: Die Mark Brandenburg. Heft 75, Berlin 2009, ISBN 978-3-910134-11-9.
Reise- und KulturfĂźhrer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jan Feustel: Zwischen WassermĂźhlen und Sumpfwäldern, Ein Reise- und ErlebnisfĂźhrer in das Baruther Urstromtal. Hendrik BäĂler Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930388-11-1.
- Hillert Ibbeken: Die mittelalterlichen Feld- und Bruchsteinkirchen des Fläming. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-8305-0039-4.
- Christa und Johannes Jankowiak:
- Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Porträt einer märkischen Landschaft. Auf alten Spuren und neuen Wegen. Stapp Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-87776-061-9.
- Wanderungen durch den Fläming. Militzke 1992, 63 S., ISBN 3-86189-024-0.
- Andreas Jßttemann: Hoher Fläming und Anhalt. Auf dem Europäischen Fernwanderweg E11 von Berlin durch das Dessau-WÜrlitzer Gartenreich in den Harz. Pharus-Plan-Verlag, Berlin 2022, ISBN 3-8651-4238-9.
- Heinz G. Nitschke, Jan Feustel: Entdeckungen im Fläming. Hendrik BäĂler Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-930388-35-9.
- Viola Pfeifer: Feldsteinkirchen im Fläming. Ein kunsthistorischer Fßhrer. Berlin 1997, ISBN 3-930541-18-1.
- Carsten Rasmus, Bettina Rasmus: Der Fläming, Erlebnisfßhrer. KlaRas Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-933135-14-1.
- Bernd G. Ulbrich: Der Fläming. Ein Fßhrer durch seine Kultur. edition RK, Dessau 2002, ISBN 3-934388-02-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise (FuĂnoten)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Emil Meynen, Josef SchmithĂźsen u. a.: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt fĂźr Landeskunde, Remagen / Bad Godesberg 1953â1962 (9 Lieferungen in 8 BĂźchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
- â Der Fläming. Landesbauernverband Brandenburg e. V., archiviert vom (nicht mehr online verfĂźgbar) am 13. Dezember 2009; abgerufen am 13. August 2013.
- â Zur These, die auf Friedrich Solger, unterstĂźtzt von Dieter Noeske, zurĂźckgeht, siehe beispielsweise: Gut Schmerwitz, Landschaftsästhetisches Hofportrait, Kapitel âLandschaftliche Eigenartâ (online) ( vom 23. April 2010 im Internet Archive); zur Vereisung etc. siehe Literatur Atlas zur Geologie von Brandenburg
- â Information zu den Bodengesellschaften gibt es auf den Internetseiten des Landesamtes fĂźr Bergbau, Geologie und Rohstoffe des Landes Brandenburg (online).
- â Klimadaten aus M. Hendl (1994): Das Klima des Norddeutschen Tieflandes. In: H. Liedtke, J. Marcinek (Hrsg.): Physische Geographie Deutschlands. 559Â S., Gotha, ISBN 3-623-00840-0.
- â Jankowiak, S. 10. Die Bezeichnung Kleiner Fläming hängt mĂśglicherweise damit zusammen, dass die DĂśrfer Blankensee und Stangenhagen in diesem Winkel Ăźber Jahrhunderte bis 1815 eine sächsische Exklave bildeten, siehe Kapitel Kurkreis und Grenzverlauf âŚ. Zudem erinnern die â fĂźr die Niederung untypischen â Glauer Berge im Zentrum des Winkels entfernt an eine HĂźgellandschaft wie im Fläming.
- â Naturpark Fläming e. V. (âNaturpark Fläming/Sachsen-Anhaltâ) (online)
- â Rasmus âŚ, S. 138.
- â Land Brandenburg, Projekt Managementplan fĂźr WĂślfe in Brandenburg. brandenburg.de ( vom 10. November 2013 im Internet Archive) (PDF).
- â Bericht Ăźber die Sichtung bei Baitz: Märkische Allgemeine, 2. Januar 2006 online (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2016. Suche im Internet Archive); die Information Ăźber die Flemmingwiesen erhielt der Verfasser des Abschnitts von einem Jagdleiter vor Ort.
- â Verbreitungsgebiet von WĂślfen in Deutschland und Westpolen ( vom 11. April 2013 im Internet Archive)
- â Fischer, Neuendorf, Reso ⌠S. 20.
- â Zitiert nach Winfried Schich: Stadtwerdung im Raum zwischen Elbe und Oder im Ăbergang von der slawischen zur deutschen Periode. Beobachtungen zum Verhältnis von Recht, Wirtschaft und Topographie am Beispiel von Städten in der Mark Brandenburg. In: Wolfgang H. Fritze (Hrsg.): Germania Slavica I. (= Berliner historische Studien. Band 1). Berlin 1980, S. 209 Anm. 87.
- â Helmut Assing: Die Anfänge askanischer Herrschaft in den Gebieten Ăśstlich der Elbe. In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann (Hrsg.): Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft. Festschrift fĂźr Lieselott Enders zum 70. Geburtstag, 1997, S. 21â35.
- â Zitiert nach Carsten Rasmus âŚ, S. 151.
- â Euper â Ortsteil von Wittenberg
- â Mitteldeutsche KirchenstraĂe, Ausstellung Wittenberg 2005 online ( vom 28. September 2007 im Internet Archive)
- â Partenheimer S. 152, den Gedanken gibt Partenheimer nach Helmut Assing wieder
- â Vergleiche Warnatsch Seite 26f, Partenheimer S. 154, 191.
- â Jan Feustel: Zwischen WassermĂźhlen und Sumpfwäldern⌠1999, S. 164. Stoppelsachsen, weil die Brandenburger den Sachsen gerne unterstellten, sich allenfalls einmal wĂśchentlich zu rasieren.
- â zitiert nach Jankowiak, S. 73.
- â Die Anzahl der WĂźstungen wird als âWĂźstungsdichteâ bezeichnet und mit Hilfe eines âWĂźstungsquotientenâ errechnet. Der WĂźstungsquotient gibt an, wie viel Prozent der ursprĂźnglichen Siedlungen wĂźst gefallen sind.
- 1 2 Fischer, Neuendorf, Reso ⌠S. 9â43.
- â Theo Engeser und Konstanze Stehr, Dangelsdorf (Ruine) (ehem. Dorfkirche) (online)
- â Landesumweltamt Brandenburg, Naturpark Hoher Fläming, Abschnitt Landschaft, Kulturlandschaft, 20. Jahrhundert. (online)
- â Martin Luther, siehe auch Judensau
- â Rasmus âŚ, S. 22.
- â Verwaltungsgemeinschaft Zahna informiert, S. 4 img.wekacityline.de ( vom 27. September 2007 im Internet Archive) (PDF).
- â Das Gut â Gut Schmerwitz und seine Geschichte. In: Offizielle Website Gut Schmerwitz (gut-schmerwitz.de). Gut Schmerwitz GmbH & Co. KG, 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025.
- â Zitat und Darstellung nach den Infotafeln am Dorfanger Schmerwitz, Stand Oktober 2006.
- â Theodor Fontane, Wanderungen âŚ, S. 530.
- 1 2 Theodor Fontane: Wanderungen âŚ, S. 529 f.
- 1 2 Schwebel âŚ, S. 417.
- â https://www.platt-in-brandenburg.de/regionen/flaeming/flaeming-platt-jueterbog
- â Theodor Fontane, Wanderungen âŚ, S. 534.
- â Naturpark Fläming e. V., Seite Wir stellen uns vor, Unterseite Schwächen (online)
- â Zum Landesaufbau durch die Zisterzienser und zur Motivation der Askanier am Landesausbau siehe ausfĂźhrlich Kloster Lehnin
- â A. Mariaschk zitiert 1900 in Die Provinz Brandenburg aus dem âStädtebildâ Die Fläminger aus dem 12. Jahrhundert den offenbar JĂźterboger BĂźrger A. W. Ludwig; s. Lit. A. Mariaschk: Kloster Zinna âŚ, S. 434.
- â Heinz G. Nitschke: Von Pechbrennern, Ziegelbrennern und fleiĂigen Handwerkern. In: Heinz G. Nitschke, Jan Feustel: Entdeckungen im Fläming. 2006, S. 37.
- â Schwebel âŚ, S. 429.
- â Feustel âŚ, S. 27 f.
- â A. Mariaschk âŚ, Der Fläming, ⌠S. 424.
- â Artikel zur alternativen Entwicklung im Hohen Fläming, Magazin, âSeinâ
- â Tourismusbarometer Jahresbericht 2009, Ostdeutscher Sparkassen- und Giroverband
- â Nitschke, Feustel âŚ, S. 123.
- â Schwebel âŚ, S. 418.
- â Bei Schwebel siehe S. 421; auch Schwebel schreibt das Märchen Der Schmied von JĂźterbog den BrĂźdern Grimm zu. Das Märchen ist wiedergegeben im Reprint des Ludwig Bechsteinschen Deutschen Märchenbuch (1845), erschienen 2003 im Georg Olms Verlag, Hildesheim, ISBN 3-487-11991-9. Zudem ist das Märchen online ( des vom 28. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. verfĂźgbar.
- â Website des Trägervereins Naturparkverein Fläming e. V.
- 1 2 Sarah Kirsch: Wiepersdorf. Gedichtzyklus. Zuerst im Lyrikband Rßckenwind, Aufbau-Verlag, Berlin 1976. Inzwischen in diversen Gedichtbänden von Sarah Kirsch enthalten.
- â Peter Huchel: Gesammelte Werke in zwei Bänden. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1984; siehe darin auch das Gedicht Wiepersdorf die Arminischen Gräber.
- â Liste aller naturräumlichen Haupteinheiten in Deutschland nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
- â Das Bundesamt fĂźr Naturschutz (BfN) listet den Fläming bei identischer Grenzziehung unter D11.
Koordinaten: 52° 0â˛Â N, 12° 45â˛Â O