Flohrmühle Eschede

Die Flohrmühle Eschede, Arno-Schmidt-Weg am Ortsrand in der niedersächsischen Gemeinde Eschede, im Landkreis Celle, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Aktuell (2026) wird sie für Ausstellungen und Trauungen genutzt.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Eschede).
Geschichte und Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erdholländer-Windmühle, mit einem dreigeschossigen runden verklinkerten Turm und einer drehbaren kantigen Kappe, wurde 1874 vom Müller und späteren Ortsvorsteher Carl Heyer auf einem damals noch freien Feld neben dem Glockenkolk gebaut.
Sein Sohn Carl-Wilhelm Heyer verkaufte sie an den Müller Gustav Flohr, durch den sie ihren Namen erhielt. In den 1920er Jahren erweiterte Flohr den Betrieb um eine elektrisch betriebene Dreschmaschine, eine Kreissäge und eine Nahspedition. 1923 erhielt sie neue Flügel. Zwei Jahre später, nach einem Unfall der Müllerstochter, wurden diese wieder abmontiert. Die mittlerweile hoch gewachsenen Bäume machten zudem ein wirtschaftliches Mahlen mit dem Wind schwierig. Das Mahlwerk wurde nun von einem Dieselmotor betrieben. Die Familie Flohr baute 1937 daneben eine größere Mühle, die heutige Escher Musenmöhl. Die alte Windmühle war nun Abstellkammer und nach dem Zweiten Weltkrieg Notunterkunft für Flüchtlinge; danach verfiel sie und verlor ihre Kappe. Ein Notdach verschloss den Mühlenstumpf.

Die Gemeinde kaufte 1979 die Ruine, um sie nach einer Sanierung als Wahrzeichen und ortsgeschichtliches Denkmal zu erhalten. Im Oktober 1980 wurde eine Kappe aufgesetzt, im Januar 1981 folgten die Flügel und der Stert; im April 1981 war die Einweihung. Seither wird die Flohrmühle für Ausstellungen und Trauungen genutzt. Schmuckstück ist das Trauzimmer des Standesamtes im mittleren Geschoss.[1]
Die benachbarte Musenmühl beherbergt heute die Gemeindebücherei und wird als Kulturhaus genutzt.[2]
Die Mühle ist die Nr. 73 der Niedersächsischen Mühlenstraße im Landkreis Celle im Bereich Ostniedersachsen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Aus der Geschichte der Samtgemeinde Eschede, Bd. 1: Dirk Leune. Flohrmühle Eschede. 1981
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koordinaten: 52° 44′ 2,7″ N, 10° 13′ 54,2″ O