Daucus pusillus
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Daucus pusillus | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Daucus pusillus | ||||||||||||
| Michx. |
Daucus pusillus ist eine Pflanzenart aus der Gattung Möhren (Daucus) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).[1] Sie ist entlang der Westküste von Nordamerika vom südlichen Teil der kanadischen Provinz British Columbia über die Vereinigten Staaten bis ins nördliche Mexiko und Südamerika weitverbreitet.[2] Trivialnamen sind American wild carrot,[3][4] wild carrot, southwestern carrot, seedticks, rattlesnake carrot, rattlesnake weed[5] (auch andere Pflanzenarten werden so genannt), yerba del vibora, zanahoria silvestre und zanahoria cimarrona.[6][7][2][8]
Beschreibung
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Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daucus pusillus wächst als einjährige[6][9][8][10] krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 5 bis 60 (3 bis 90) Zentimetern.[11][8][4][10] Sie bildet eine schlanke Pfahlwurzel.[9][5][4] Die oberirdischen Pflanzenteile sind kurz, steif borstig[9][4] oder rau[8] behaart; sie duften, wenn sie zerdrückt werden nach Möhren.[10] Je Pflanzenexemplar gibt es nur einen selbstständig aufrechten[10] schlanken[5][4] Stängel, der einfach oder wenig verzweigt ist.[11][6][9] Der hohle, bei einem Durchmesser von bis zu 2,5 Millimeter mehr oder weniger zylindrische Stängel ist gerippt mit fünf oder mehr Rippen und nur an seiner Basis glatter.[10] Der Stängel ist anfangs grün gestreift und besitzt nach unten gerichtete Trichome entlang der rötlichen Streifen.[10]
Die grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordneten[10] Laubblätter sind in Blattscheide, -stiel, und -spreite gegliedert.[10] Während der Anthese sind meist keine Grundblätter mehr vorhanden.[10] Der Blattstiel ist mit einer Länge von 4 bis 15 Zentimetern relativ lang[11][9] und am Nodium zu einer kurzen, 4 bis 75 oder mehr Millimeter langen, U-förmigen Blattscheide verwachsen mit häutigen bis zu 15 Millimeter langen Flügeln.[10] Die Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern[4] sowie bei einer Breite von 1,5 bis 7 Zentimetern im Umriss mehr oder weniger länglich bis eiförmig und zwei- bis dreifach gefiedert[9][9] bzw. fiederteilig.[4][10] Die Blattrhachis ist rinnig und auf der etwas fünfrippig.[10] Es sind bis zu sechs Fiederpaare erster Ordnung vorhanden; ihre Stielchen sind 0 bis 2,5 Millimeter lang.[10] Die Fiederabschnitte sind bei einer Länge von 1 bis 5 Millimetern linealisch mit spitzem oberen Ende und borstig behaart.[11] Die Endfieder ist bei einer Länge von 1 bis 5 Millimetern sowie einer Breite von 0,5 bis 1 Millimetern linealisch.[9][8] Die Ränder der Fiedersegmente sind tief gesägt[6] und nicht papierartig.[4] Es sind keine Nebenblätter vorhanden.[10]
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Blütezeit reicht in Kalifornien von April bis Juni,[11] in Oregon, Arizona sowie New Mexico von Mai bis Juli.[5][8] Der aufrechte Blütenstandsschaft ist während der Anthese 1 bis 1,7, selten bis zu 2,5 Zentimeter lang; er verdoppelt seine Länge bis zur Fruchtreife;[10] und er ist mit rückwärts gerichteten oder ausgebreiteten Borsten behaart.[11] Es gibt end- und achselständige, zusammengesetzten, doppeldoldigen Blütenständen,[10] die bei einem Durchmesser von 1 bis 6 Zentimetern oben flach Der doppeldoldige Blütenstand ist oben flach oder etwas konvex[5] oder meist in der Mitte etwas eingesunken und bildet eine Becherform oder eine „Vogelnest“[6] und enthält 6 bis 16 oder mehr Döldchen.[10] Das Döldchen wist einen Durchmesser von 2 bis 5 Millimetern auf und enthält zwei bis zehn nur zwittrige Blüten oder hauptsächlich zwittrige sowie in der Mitte ein bis zwei rein männliche Blüten.[10] Die fünf bis acht, selten bis zu elf, laubblattähnlichen Hüllblätter[10] ragen oft aus der Doppeldolde heraus, umhüllen die äußeren Doldenstrahlen in zwei Reihen und sind gestielt[10] sowie fiederteilig, wobei ihre Fiederabschnitte bei einer Länge von bis zu 8 Millimetern linealisch bis lanzettlich sind.[9][5] Die 3 bis 15[5] Doldenstrahlen sind 0,4 bis 4 Zentimeter lang.[11][9][9] Hüllchenblätter sind linealisch sowie ganzrandig und etwa so lang wie die Blütenstiele.[9] Die Blütenstiele sind während der Anthese 0,5 bis 1,5, selten bis zu 3 Millimeter lang; sie verlängern sich bis zur Fruchtreife.[10]
Die relativ kleinen,[4] zwittrigen[6] und rein männlichen Blüten[10] sind radiärsymmetrisch und fünfzählig.[10] Kelchzähne sind nicht erkennbar.[10] Die fünf etwa 0,3 Millimeter langen Kronblätter sind nach innen gekrümmt mit spitzem oberen Ende, das auf der oberen Fläche mit dem Mittelnerv verwachsen ist und rundlich-herzförmig wirkt und leicht sackförmig auf beiden Seiten des Mittelnerv ist.[10] Alle Blütenkronen sind weiß[5] färben sich purpurfarben-rot; nur die innerste bleibt weiß[10] (bei Daucus carota dagegen gibt es in der Mitte des Blütenstandes eine rosa- bis purpurfarbene Blüte).[6][8] Es gibt nur einen Kreis mit fünf freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Die hell-gelblich-grünen Staubfäden sind etwa 0,25 Millimeter lang, anfangs aufrecht und am oberen Ende nach innen gekrümmt; sie werden während der Anthese gerade und breiten sich zwischen den Kronblättern aus. Die dorsifixen Staubbeutel bestehen aus zwei weißlichen Theken sind bei einer Länge und Breite von 0,15 bis 0,2 Millimetern herzförmig und öffnen sich mit einem Längsschlitz.[10] Der Pollen ist weißlich.[10] Der unterständige, zweikammerige, grüne Fruchtknoten weist eine zweilappige, nektarproduzierde Plattform auf und ist bei einer Länge von 0,5 bis 1 Millimetern sowie einer Breite von 0,4 bis 0,7 Millimetern abeflcht-länglich und zehnrippig. Jede Fruchtknotenkammer enthält nur eine Samenanlage.[10] Die zwei aufsteigenden, hell-grünen Griffel sind weniger als 0,2 Millimeter lang und enden in winzigen, kopfigen, gelblich-grünen, papillösen Narben.[10]
Die Spaltfrucht,[10] die Doppelachäne genannt wird, ist bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern[11][8] sowie einer Breite von etwa 2 Millimetern länglich;[9][4] sie ist meist unterhalb der Mitte am breitesten.[8][4] zerfällt in zwei Teilfrüchte. Die trockenen, einsamige Teilfrucht ist bei einer Länge von 2 bis 2,5 Millimetern sowie einer Breite von 0,8 bis 1,1 Millimetern halb-ellipsoid, konkav oder flach auf der Innenseite.[10] Die Teilfrüchte sind durch den haltbaren Griffel geschnäbelt. Die Teilfrüchte sind steif borstig behaart[6] und besitzen Stacheln sowie Borsten an den fünf primären Rippen[4] und Borsten zwischen den fünf sekundären Rippen. Die 0,5 bis 1,2 Millimeter langen, anfangs purpurfarbenen, später braunen oder lohfarbenen Stacheln sind viel länger als die 0,2 bis 0,6 Millimeter langen, weißen Borsten.[10]
Chromosomensatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11;[12] es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22[8] vor.[1]
Verwechslungsgefahr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daucus pusillus sollte nicht mit dem hochgiftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatum) verwechselt werden.[13]
Ökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daucus pusillus ist selbstfertil. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen und Bienen.[6]
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daucus pusillus ist entlang der Westküste von Nordamerika vom südlichen Teil der kanadischen Provinz British Columbia über die Vereinigten Staaten bis ins nördliche Mexiko und Südamerika weitverbreitet.[2] Es gibt Fundortangaben für den südlichen Teil der kanadischen Provinz British Columbia über die US-Bundesstaaten Washington, Colorado, Idaho, Oregon, Kalifornien, Arizona, Illinois, Kansas, Missouri, Oklahoma, Alabama, Arkansas, Georgia, Louisiana, Mississippi, North Carolina, South Carolina, Tennessee, New Mexico, Texas sowie Florida bis zum mexikanischen Bundesstaat Sonora und in Südamerika von den brasilianischen Bundesstaaten Paraná, Rio Grande do Sul sowie Santa Catarina und weiten Teilen Argentiniens, Chiles und Uruguays.[2][14][15]
In British Columbia gedeiht sie auf trockenen Felsaufschlüssen und an grasigen Standorten im Tiefland in Höhenlagen von 122 bis 285 Metern.[4] In den südlichen USA gedeiht sie in felsite Prärien, offenen Waldländern, Weiden, Feldern, Straßenrändern und gestörten Standorten.[15][8]
Taxonomie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erstveröffentlichung von Daucus pusillus erfolgte 1803 durch André Michaux in Flora Boreali-Americana, Volume 1, Seite 164.[16][17][2] Das Artepitheton pusillus bedeutet „klein“ oder „schmal“.
Synonyme für Daucus pusillus Michx. sind: Babiron pusillum (Michx.) Raf., Daucus arcanus García-Martín & Silvestre, Daucus brevifolius Raf. Daucus hispidifolius Clos, Daucus microphyllus Presl ex DC., Daucus montevidensis Link ex Spreng.,[18] Daucus scaber Nutt., Daucus scaber Larrañaga nom. illeg., Daucus scadiophylus Raf.,.[17][2] Daucus pusillus var. microphyllus (C.Presl ex DC.) Torr. & A.Gray, Daucus pusillus var. scaber Torr. & Gray.[1]
Nutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die nordamerikanischen Indianer haben die unterirdischen Pflanzenteile roh oder gegart gegessen.[6][19]
Medizinische Anwendungen wurden untersucht.[19] Die medizinische Anwendung der grünen Pflanzenteile erfolgte bei Schlangenbissen (deshalb rattlesnake weed genannt). Ein Aufguss wurde angewendet bei Erkältungen und Fieber.[6]
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- André Michaux: in Flora Boreali-Americana, Volume 1, 1803, S. 164. eingescannt.
- Maria S. Ibañez, Elsa L. Camadro, Carlos A. Sala, Ricardo W. Masuelli: Morphological and molecular diversity of the wild carrot Daucus pusillus: implications for classification and ex situ conservation. In: Botany, Volume 92, Number 5, 2014 doi:10.1139/cjb-2013-0241
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Fernando Martínez-Flores, Manuel Crespo, Emmanuel Geoffriau, Charlotte Allender, Holly Ruess, Carlos Arbizu, Philipp Simon, David Spooner: Extended studies of interspecific relationships in Daucus (Apiaceae) using DNA sequences from ten nuclear orthologues. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 191, 2019, S. 164–187. doi:10.1093/botlinnean/boz042
- 1 2 3 4 5 6 Daucus pusillus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 10. Mai 2026.
- ↑ Datenblatt Daucus pusillus bei USDA, zuletzt abgerufen am 10. Mai 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Brian Klinkenberg (Hrsg.): Datenblatt Daucus pusillus Michx. - American wild carrot bei E-Flora BC: Electronic Atlas of the Flora of British Columbia.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 Datenblatt Daucus pusillus Michx. - rattlesnake weed mit Abbildungen bei OregonFlora des OSU Herbarium der Oregon State University mit Beschreibung aus David Spooner, Philipp Simon: Flora of Oregon, Volume 2, S. 99.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 AMERICAN WILD CARROT - Daucus pusillus Michx. In: Plant Guide des USDA, NRCS, Nacogdoches (TX) - Technical Office and the National Plant Data Center. PDF.
- ↑ Fotogalerie bei calphotos.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Datenblatt Daucus pusillus Michx. - American Wild Carrot, seedticks, wild carrot, rattlesnake carrot, rattlesnake weed, southwest wild carrot mit Fotos bei The Arizona - New Mexico Chapter of SEINet des New York Botanical Garden mit Beschreibung aus Henry A. Gleason, Arthur J. Cronquist, 1991: Manual of vascular plants of northeastern United States and adjacent Canada.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Don Knoke, David Giblin: Datenblatt bei Vascular Plants, Macrofungi, & Lichenized Fungi of Washington. bei Burke Herbarium Image Collection.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 B. A. Prigge, A. C. Gibson: PDF von UCLA.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 Lincoln Constance, Margriet Wetherwax, 2012: Datenblatt Daucus pusillus In: Jepson Flora Project (Hrsg.): Jepson eFlora.
- ↑ Daucus pusillus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
- ↑ Datenblatt Daucus pusillus bei DavesgardenCom.
- ↑ Daucus pusillus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025-2. Eingestellt von: R. Allen, 2017. Abgerufen am 9. Mai 2026.
- 1 2 Datenblatt mit Fotos bei Flora of the Southeastern United States.
- ↑ André Michaux: Flora Boreali-Americana, Volume 1, 1803, S. 164. eingescannt.
- 1 2 Daucus pusillus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 26. Oktober 2019.
- ↑ Maria S. Ibañez, Elsa L. Camadro, Carlos A. Sala, Ricardo W. Masuelli: Morphological and molecular diversity of the wild carrot Daucus pusillus: implications for classification and ex situ conservation. In: Botany, Volume 92, Number 5, 2014 doi:10.1139/cjb-2013-0241
- 1 2 Daucus pusillus bei Plants For A Future, abgerufen am 14. Mai 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Daucus pusillus bei Tropicos.org. In: Vascular Plants of the Americas. Missouri Botanical Garden, St. Louis
- Datenblatt bei Lady Bird Johnson Wildflower Center der University of Texas at Austin.
- Datenblatt mit Fotos bei Calflora - Taxon Report.
- Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Florida bei R. P. Wunderlin, B. F. Hansen, A. R. Franck, F. B. Essig, 2025: Atlas of Florida Plants.
- Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Nordamerika bei Wildflower Identification Website.
- Datenblatt mit Fotos bei Valley Flora Propagation Center.
- Datenblatt mit Fotos bei Wildflowers of New Mexico.